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Niedersächsische Kirche testet App-Kollekte

Eine evangelische Kirchengemeinde in Niedersachsen testet den digitalen Klingelbeutel in Form einer App. Man wollte zunächst ausloten, wie die Gottesdienstbesucher das Angebot annehmen, teilten die Verantwortlichen mit.
Von Jörn Schumacher
Per Handy konnten Gottesdienstbesucher testweise in der evangelischen Kirche von Walsrode die Kollekte abgeben

Foto: JESHOOTS (Jan Vašek), Pixabay

Per Handy konnten Gottesdienstbesucher testweise in der evangelischen Kirche von Walsrode die Kollekte abgeben

An zwei Sonntagen hat die evangelische Kirche in Walsrode eine App getestet, mit der die Gottesdienstbesucher Geld an die Gemeinde spenden können, berichtet der NDR. Der „digitale Klingelbeutel“ ist die App der Sparkasse, mit der per Smartphone ein QR-Code mit den Empfängerdaten der Überweisung eingescannt wird, sagte Sparkassensprecher Markus Grunwald in Walsrode. Der Kirchgänger muss dann nur noch den Betrag einsetzen und die Überweisung per TAN-Code aktivieren.

„Wir beobachten das mit Interesse“, sagte Landeskirchensprecher Johannes Neukirch in Hannover der Deutsche Presse-Agentur (dpa). „Uns ist nicht bekannt, dass es so etwas schonmal gegeben hat.“

Zehn Prozent Spende über App

Superintendent Ottomar Fricke sagte der Walsroder Zeitung: „Ich finde besonders interessant, zu erfahren, was die Leute darüber denken.“ Dass mit der Alternative mehr Geld zusammenkommt, glaube er aber nicht. Tatsächlich wurden bei den ersten beiden Testläufen laut NDR nur rund zehn Prozent der Kollekte mit der neuen Technik gespendet.

Der Kirche geht es nicht nur darum mit der Zeit zu gehen. Die meisten Geldinstitute nehmen seit einiger Zeit teils üppige Gebühren für das Einzahlen von Münzgeld nehmen. Laut NDR belaufen sich die Gebühren dafür allein im Gebiet der hannoverschen Landeskirche Hannover nach eigenen Angaben auf einen sechsstelligen Betrag pro Jahr.

Gegenüber der Nordwest-Zeitung sagte Superintendent Ottomar Fricke, er sei überzeugt, dass das bargeldlose Spenden in der Kirche eine logische Fortentwicklung des Kollektenwesens sei. Bei der Premiere seien insgesamt 39,52 Euro bargeldlos gespendet worden, berichtet Fricke. Nun stehe eine Evaluation an. „Wir wollten zunächst erfahren, wie die Gottesdienstbesucher das Angebot annehmen und ob es reibungslos verläuft“, sagte Fricke. Zudem solle geprüft werden, wie groß der Aufwand in einem größeren Rahmen wäre.

Drahtloses Bezahlen in der Kirche

Wie dpa berichtet, nutzen bereits einige größere Kirchen in Deutschland außerdem fest installierte EC-Kartenterminals im Kirchenraum, um das Überweisen von Spenden zu ermöglichen. Dies ist etwa in der Schweriner Schelfkirche der Fall und auch seit eineinhalb Jahren in der Duderstädter Basilika in Südniedersachsen. Vor allem Touristen nutzten die Möglichkeit, am Bezahlterminal Geld für den Erhalt der Kirche zu spenden, sagte ein Sprecher des Bistums Hildesheim. Nach der Buchung wirft der Apparat eine Spendenquittung in zweifacher Ausführung aus.

Die Kirche von England hat Ende März das digitale Spenden und bargeldlose Bezahlen eingeführt. In über 16.000 Kirchen und Kathedralen des Landes ist das Übertragen von Geld über ein Terminal, per SMS oder mit einer Bankkarte drahtlos möglich. Auch eine katholische Kirchengemeinde bei Paris testet die moderne Technik des kontaktlosen Bezahlens per Bankkarte. Dafür sind traditionell anmutende Kollektenkörbchen mit Bildschirmen und der nötigen Technik versehen worden.

Von: Jörn Schumacher

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