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Nick Vujicic und das Prinzip Hoffnung

Der Titel des neuen Buchs von Nik Vujicic entbehrt nicht einer gewissen Ironie. In „Freihändig – Warum mich und dich so schnell nichts aufhält“ schreibt der Prediger, der ohne Arme und Beine geboren wurde, woher er trotz allen Einschränkungen seinen Lebensmut nimmt und warum er ein erfülltes Leben führt.
Von PRO

Foto: Brunnen-Verlag

Vujicic hat in seinem Leben viele Krisen gemeistert. Selbstmordgedanken, die Angst, nie für sich selbst sorgen zu können oder eine Frau zu finden, die ihn liebt, machen nur einen Bruchteil seiner Lebensgeschichte aus. Bei Gott findet er die Lösung seiner Probleme. Mit seinen Erlebnissen und denen seiner Freunde möchte er Rat- und Ideengeber sein. Er betont dabei immer wieder, dass hinter all seinem Tun die Erlösungstat Jesu steht.

Ein Wechselbad der Gefühle

Man merkt Vujicic an, dass er etwas bewegen und seinen Glauben lebendig bezeugen möchte. Seine Behinderung öffnet ihm den Blick für die Menschen, die ihrem Leben nichts abgewinnen können. Seine eigenen  Einschränkungen verbucht er mittlerweile sogar als Gewinn, weil er andere dadurch besser motivieren kann. „Wenn dieser Nick – ohne Arme und Beine – dankbar sein kann, dann will auch ich für diesen Tag dankbar sein und das Beste daraus machen“. Diese Einsicht wünscht er anderen.

Vujicic erzählt von seiner Kindheit und seinem gläubigen Elternhaus, wie die Familie mit seiner Einschränkung umgeht und in aller Welt nach medizinischer Hilfe gesucht hat. Er beschreibt die Angst der Eltern, als er zum ersten Mal auf dem Skateboard einen steilen Hügel hinunterfuhr und was für ein Wechselbad der Gefühle er in der Pubertät durchzustehen hatte.

Viele "Frontalcrashs"

Er berichtet, wie er mit dem Moderator einer bekannten chilenischen Talkshow beten kann, nachdem sie zuvor vor laufender Kamera lange und intensiv über den christlichen Glauben geredet haben. Es sind auch Vujicic Niederlagen, die ihn und das Buch authentisch machen. Gerade Niederlagen wolle er nutzen, um Korrekturen in seinem eigenen Leben vorzunehmen. Vujicic hatte sich bei der Gründung einer Firma finanziell übernommen und seine Verwandtschaft in Bedrängnis gebracht.

Nicht nur seine Geschichten, sondern auch die seiner Freunde prägen das Buch. Da ist zum Beispiel sein Freund Phil, der trotz schwerer Krankheit großen Lebensmut versprüht. Da ist Victor, der als Kind missbraucht wurde, und da ist Rachel, die immer wieder mit Gott an ihrer Seite rechnet: „Gott macht etwas Gutes daraus. Gott legt nicht die Hände in den Schoß und schaut nur zu. Aber er hält sich an seine Regeln und lässt uns unsere Freiheit“, erklärt Vujicic und nährt die Geschichten immer wieder mit biblischen Vergleichen.

Perfekt, so wie Du bist

Vujicic kritisiert sich selbst dafür, dass er sich lieber damit befasst habe, was andere Menschen ihm voraus haben, statt stolz auf das zu sein, was er kann. Nur langsam verschwand die Verzweiflung aus seinem Leben. Jetzt habe er das Ziel, pro Tag mindestens in einem Menschen einen Hoffnungsfunken zu entfachen. Auch Themen wie Trauer, Alleinsein und Mobbing behandelt Vujicic. Gerade bei Mobbing sei das Ausmaß der Qualen für die Betroffenen oft nicht erkennbar. Er rät den Lesern, die Augen offen zu halten und bereit dafür zu sein, zu helfen: „So wie du bist, bist du perfekt. Lass dir von niemandem etwas anderes einreden.“

Für Vujicic gibt es in der Bibel viele Beweise dafür, „dass es Gott gut mit uns meint“. Krankheiten und Krisen nutze er, „um uns näher zu ihm zu bringen und einen festen Platz in unserem Herzen zu erobern“. Gottes Plan zu folgen, heiße  auch, eigensüchtige Interessen hintenanzustellen und Gott den Vortritt zu lassen – auch wenn dies oft nicht leicht falle.

Für die Gesellschaft wünscht sich der Autor, dass Christen und Kirchen Orte der Hoffnung schaffen und Nächstenliebe aktiv leben müssten. Dem Einzelnen wünscht er ein Leben im Gleichgewicht, angepasst an die persönliche Situation und Bedürfnisse. Vujicic wirbt dafür, sich seine Talente und Leidenschaften zu bewahren und in Dankbarkeit zu leben.

Selbst ein Wunder sein

„Immer dort, wo ich Gott und meinem Nächsten diene, wird das gute Ergebnis vervielfacht“, ist er überzeugt. Sein Großvater habe ihm den Rat des Evangelisten Billy Graham gegeben, für Gottes Sache einzutreten und dabei nichts hinzuzufügen oder wegzulassen.  Wenn ein Teil der Geschichten Herz und Verstand der Leser erreicht, dann hat das neue Buch von Vujicic sein Ziel erreicht: „Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eins!“ (pro)

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