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Neujahrsempfang im Evangelischen Allianzhaus Bad Blankenburg

Mit der Jahreslosung 2013 wurde am Mittwoch im Evangelischen Allianzhaus in Bad Blankenburg der Neujahrsempfang eröffnet. "Wir haben keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir", zitierte Thomas Günzel, Direktor im Evangelischen Allianzhaus, den Hebräerbrief. Diese Losung zeige die Begrenztheit, aber keinesfalls Hoffnungslosigkeit der Menschen. Denn es gehe in der zukünftigen Welt um die Welt Gottes.
Von PRO

Foto: pro

"Es geht darum, im Hier und Heute zu leben, dabei zu sein und es so gut wie nur möglich mitzugestalten. Gott lädt ein, die Grenzen zu suchen und wahrzunehmen. Sein ist die Gegenwart und die Zukunft", sagte Günzel.

"Bad Jerusalem"

Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, stellte den Gästen die Frage, ob mit dem Allianzhaus einfach eine alte Tradition beibehalten werde, oder aber ob es noch mit Leben erfüllt sei. "Vor 126 Jahren begann die Geschichte. Menschen fanden einen Ort, an dem sie neue Kraft schöpfen und für ihr Leben auftanken konnten." Wirtschaftlich könne man nicht in die Vollen gehen, aber Bad Blankenburg sei dadurch deutschlandweit bekannter geworden. "Wolfgang Baake schrieb einmal in einer E-Mail, dass dieser Ort ‘Bad Jerusalem’ sei", so Steeb. Man könne dort Menschen einen Halt im Leben geben und Gottes Wort steht dabei im Mittelpunkt. Mit einigen bevorstehenden Veranstaltungen in diesem Jahr verdeutlichte der Generalsekretär, die Bewegung im Allianzhaus sowie das Privileg, frei zu sein. "Noch 1988 habe ich es mir nicht erträumen lassen, Mitverantwortung tragen zu dürfen." Offen würden zukünftig Themen wie sexuelle Gewalt und Zwangsprostitution in Deutschland in den Fokus gerückt und somit in die Öffentlichkeit getragen. "Das sind Themen, die unter den Nägeln brennen. Bad Blankenburg soll ein Leuchtturm sein."

Vom "ABC"

Frank Heinrich, Mitglied des Deutschen Bundestages, sagte in seiner Festrede sein "ABC"; Dabei handele es sich um seine persönliche Prioritätenliste, die man von hinten nach vorn lesen müsse. Das C stehe dabei für Chemnitz. "Von dort bin ich abgeordnet. In Chemnitz stehen meine Füße, und dort schlägt mein Herz."  Das B stehe für Berlin. Dort brauche er als Abgeordneter sein Hirn und seinen Mund. A stehe für Afrika. Hand und Fuß seien für ihn auf diesem Kontinent gefragt.

Auch auf die Themen, die zuvor Hartmut Steeb ansprach, ging Heinrich erneut ein. Noch vor fünf bis zehn Jahren sei Thailand der Ort des Menschenhandels gewesen. Heute aber sei Deutschland ein internationales Reiseziel für Prostitution. Wo die Polizei aktuell noch zum Teil machtlos sei, gelte es die Augen der Menschheit zu öffnen. "Es gibt soviele Bordellbesucher, wie es Männer in Deutschland gibt", zitierte er Statistiken.

Genauer ging der Bundestagsabgeordnete auch auf die Zustände in Afrika ein, wohin er einige Dienstreisen unternommen habe. In einem Krankenhaus in Uganda habe sich eine Schwester um eine Säuglingsstation mit 50 Babys gekümmert, die in Brutkästen lagen. Dazu sei noch ein weiteres Zimmer mit Frauen gekommen, die sich zu zweit ein Bett teilen mussten. Eine weitere Frau habe zusätzlich jeweils unter jedem Bett liegen müssen. Folter in Libanon, Flüchtlingsgefängnisse – doch zwischen all diesen Zuständen sah er auch einen Lichtblick. Einen Bibelkreis inmitten einer kleinen Gefängniszelle, die sich 50 Menschen teilten. Besonders dramatisch seien die Zustände für Christen in Nordkorea, wenn jemand mit einer Bibel in der Hand die Straße überquere, drohe die Todesstrafe. Und die Verwandtschaft bis zum zweiten Grad werde in Arbeitslager untergebracht. Genau darum seien Hand und Fuß dort so wichtig. Kompetenzen gelte es zu vermitteln. Eine der Haupthilfen sei dort gute Regierungsführung. Die eigenen Sorgen der Menschen hierzulande relativierten sich mit diesen Einblicken. Dankbarkeit, für das was man hat und haben darf, rückten wieder mehr ins Licht.

Gute Nachrichten und der "Kotzordner"

Von dem irisch-britischen Dramatiker George Bernhard Shaw stamme die Aussage: "Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, dass ein Mensch viele gute Taten tun muss, um zu beweisen, dass er tüchtig ist, aber nur einen Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, dass er nichts taugt."

Sinngemäß beschrieb Frank Heinrich so auch das Leben einer öffentlichen Person, das von der Presse wiedergegeben werde. Wenn etwas Schlechtes geschehe, könne man überall davon lesen. Aber gute Dinge würden nur selten in der Öffentlichkeit verbreitet. Warum seine positiven Pressemitteilungen nicht veröffentlicht würden, erfragte er einige Male. Neben der einfachen Erklärung "Pressefreiheit" erhielt er als Antwort auch schon die Begründung: "Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen." Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser.

So entstünde bei den Menschen der Eindruck, dass die Welt schlecht sei. Aber es gebe auch jede Menge gute Nachrichten.  Gerade diese Unwissenheit sei es, die vor allem Politiker in den Schatten der Ungerechtigkeit stellen. "Wir sind nicht faul, wir müssen laufend reagieren. Fragt einfach einmal nach", forderte er seine Zuhörer auf. Überall, in jedem Job und in jeder Gesellschaft, seien natürlich auch Menschen mit falscher Motivation, räumte er ein. Selbst unter Christen.

"Wenn Christen auch für uns beten, aber dennoch dabei an Haifische denken, ist es nicht ehrlich." Frank Heinrich richtete sich einen "Kotzordner" ein, wohin er alle Schriftstücke schiebt, die hinsichtlich ihrer Wortwahl unter die Gürtellinie gingen. Und von Christen sei dabei prozentual tatsächlich mehr eingetroffen, als von anderen Menschen der Gesellschaft. (pro)

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