Das christliche Medienmagazin

Neues Internetportal “Statt Seitensprung”



Wenn Nutzer bei "Google" den Begriff "Seitensprung" eingeben, liefert die Internet-Suchmaschine in 0,19 Sekunden 7.270.000 Ergebnisse. Dies erweckt den Eindruck, dass Treue, Ehe und Verlässlichkeit "out" sind. Einen Kontrapunkt in dieser Beziehung möchte Johannes Faupel mit seinem neuen Internetportal "statt-seitensprung.de" setzen.

Von PRO

Foto: Statt Seitensprung / pro

Die Seite versteht er als Alternative zu Fremdgeh-Portalen und Seitensprung-Seiten. Der 46-Jährige schreibt auf seinem am Dienstag online gegangenen Portal: "Sollten Sie in einer festen Beziehung und gerade auf der Suche nach einem Kontaktportal, einer Partnerkontaktbörse oder einer Vermittlung von Sexkontakten für Seitensprünge, One-Night-Stands oder Affären gewesen sein, seien Sie sicher, Ihre Suche würde in die Leere führen: in die innere Leere."

Kein erhobener Zeigefinger



Die Seite möchte er aber keineswegs mit dem erhobenen Zeigefinger betrieben wissen, sondern in Sympathie für menschliche Schwächen, erläutert er gegenüber pro. Sein Angebot sei eine Einladung, sich zu überlegen, ob man das unkalkulierbare Risiko einer Außenbeziehung eingehen will. Einer der Auslöser für Faupel, der bis jetzt überwiegend als freier Texter und Gestalter arbeitete, war ein Fall aus seinem persönlichen Umfeld. Ein Freund, dessen Ehe kurz vor dem Bruch stand, bat ihn, ihm zu helfen: "Damals habe ich festgestellt: es sind immer wieder dieselben Themen, deretwegen sich Paare zerstreiten. Da habe ich angefangen, mich intensiver damit zu beschäftigen."




Vor zwei Jahren hat er sich die Domain sichern lassen, als jemand aus seinem persönlichen Umfeld fast über eine eben dieser Seitensprung-Seiten gefallen wäre. Nach und nach hat er die eigene Seite mit Leben gefüllt: "Der Beginn der Fastenzeit war der optimale Zeitpunkt, die Seite zum Fastenthema zu machen", erklärt er im Gespräch mit pro.

Faupel ist sich auch bewusst, dass sein Angebot nur ein ganz kleiner Tropfen auf einen ganz heißen Stein ist: "Wenn ich bedenke, wie viel Geld Firmen wie AshleyMadison und andere in diesen Sektor investieren, dann ist das Portal bestenfalls ein David, aber der kann ja durchaus etwas bewirken."



"Es hat seinen Reiz, begehrt zu werden"



"Wenn diese Seite auch nur eine einzige Frau oder einen einzigen Mann davon abhält, eine Beziehung  oder eine Familie zu gefährden, dann hat sich der Aufwand für diese Internetseite gelohnt", sagt Faupel im Gespräch mit pro. Auf seiner Seite schreibt er: "Ja, es hat einen Reiz, begehrt zu werden und zu begehren. Und – ebenfalls Ja, es zählt zu den beglückendsten Erfahrungen, in der eigenen Beziehung immer wieder den Rahmen für die Liebe zu erneuern, die Treue zu leben."



In einem seiner Texte schreibt er: "Eine Außenbeziehung wird nicht dadurch besser, dass sie geplant, getarnt und vertuscht wird. Auch wenn der Betrogene sein Leben lang in dem Irrglauben lebt, es sei alles in Ordnung, kann eine Außenbeziehung auf andere Weise herauskommen: z.B. in Form von Depressionen oder Herz-Kreislauferkrankungen bei dem, der sich auf ein ‘Abenteuer’ einlässt, denn Lügen und die doppelte Buchführung in der Beziehung sind anstrengend. Also lieber dort investieren, wo es sinnvoll und willkommen ist."



Faupel hat sich in den letzten drei Jahren bei der Internationalen Gesellschaft für systemische Therapie (IGST) in Heidelberg zum systemischen Therapeuten weitergebildet. Eine eigene Praxis ist in Planung. Ehrenamtlich arbeitert er seit bald drei Jahren beim "Gespräch im Turmzimmer" in der Cityseelsorge Frankfurt. In diesem offenen Gesprächsangebot hat er viel von dem gehört, was er an Erfahrungswerten auf seiner Seite verarbeiten konnte: "Hier begegnet einem alles: das Ausspannen eines Partners mit einer besten Freundin und auch Menschen, die von Partner zu Partner wandern in der Hoffnung, endlich glücklich gemacht zu werden – als ließe sich Glück von außen herstellen."

Eine Ehe kann man als Bergwanderung beschreiben



Der 46-jährige Katholik ist selbst seit 22 Jahren verheiratet. Einem Paar, das vor der Heirat steht, würde er die Ehe in etwa so beschreiben: „Es ist wie auf einer langen Bergwanderung: Steile Anstiege und Täler gibt es da, Geröllpisten auch – und immer wieder wundervolle Aussichten."  Alles andere ist seiner Ansicht nach eine Illusion, die zu Enttäuschungen führt – die ihrerseits auf Seitensprungportale führen können. (pro)
http://statt-seitensprung.de/
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