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Neuer Präsident: Stiba folgt auf Hörsting

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen hat am Dienstag einen neuen Präsidenten gewählt: Christoph Stiba. Er folgt auf Ansgar Hörsting, der dem Gremium sechs Jahre lang vorstand.
Von PRO
Neuer und ehemaliger VEF-Präsident: Christoph Stiba und Ansgar Hörsting

Foto: Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden/privat

Neuer und ehemaliger VEF-Präsident: Christoph Stiba und Ansgar Hörsting

Christoph Stiba ist der neue Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Das ist das Ergebnis der Vorstandswahl vom Dienstag in Magdeburg. Zum Stellvertreter Stibas, im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), wählten die Delegierten der VEF-Mitgliederversammlung den Präses der „Gemeinde Gottes“, Marc Brenner.

Stiba folgt in dem Amt Ansgar Hörsting nach, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG). Dieser scheidet nach neun Jahren aus dem VEF-Vorstand aus. Sechs Jahre davon war er Präsident. Stiba würdigte Hörstings Arbeit und die seiner Stellvertreterin Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche: „Ihr habt die VEF mit geistlichem Weitblick geleitet und das Miteinander unserer Kirchen gestärkt.“

Gesprächspartner der Großkirchen

Hörsting wird seinen Bund weiterhin als Delegierter in der VEF-Mitgliederversammlung vertreten. Im Gespräch mit pro erklärte der FeG-Präses: „Nach zwei Amtszeiten übernimmt eine andere Freikirche den Vorsitz. Das ist eine gute Tradition in der VEF.“

Als wichtigen Aspekt seiner Amtszeit hebt Hörsting im Gespräch mit pro hervor: „Es ist uns gelungen, die VEF als Gesprächsgegenüber in der Politik und den Großkirchen weiter zu etablieren.“ Zudem habe der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Diakonie eine sogenannte „VEF-Klausel“ eingeführt. Das bedeutet zum einen, dass Mitglieder in den Freikirchen der VEF bei kirchlichen Trägern leichter eine Anstellung finden können. Zum anderen werde bei Personen, die aus einer Landeskirche austreten und in einer VEF-Kirche Mitglied werden, dies nicht als Kirchenaustritt gewertet. Dies benennt Hörsting als Erfolg und sieht es als modellhaft für weitere Themen an. Die Klausel wurde Ende vergangenen Jahres etabliert.

Gehör finden in gesellschaftlichen Debatten

Der neue Präsident Stiba erklärte: „Die Hauptaufgabe der VEF ist es, das Evangelium von der Liebe Gottes allen Menschen in Wort und Tat zu verkündigen. Wir haben ein gemeinsames geistliches Fundament, von dem aus wir das christliche Zeugnis stärken und einen freikirchlichen Beitrag in die Ökumene einbringen wollen.“ Weltweit seien viele Freikirchen sehr groß, „doch in Deutschland haben wir relativ wenige Mitglieder. In der VEF können wir uns gegenseitig unterstützen. Und wenn wir mit einer Stimme sprechen, finden auch wir in gesellschaftlichen Debatten Gehör.“

Wichtig sei für die Freikirchen traditionell das Engagement für Menschenrechte, „insbesondere für die Glaubens- und Gewissensfreiheit“, sagte der neue VEF-Präsident. Auch den Einsatz für die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ habe sich die VEF auf die Agenda gesetzt. „Wir sind froh, mit Peter Jörgensen einen gut vernetzten Beauftragten am Sitz der Bundesregierung zu haben, der unsere Standpunkte im politischen Berlin einbringt.“

Diskurs mit Wertschätzung – auch bei kontroversen Themen

Stibas Vertreter Marc Brenner hält das gemeinsame christliche Zeugnis der Kirchen gerade angesichts der gesellschaftlichen Situation in Deutschland für bedeutsam, wie er nach seiner Wahl betonte: „Wir erleben eine starke Säkularisierung, doch gleichzeitig sind viele Menschen auf der Suche nach einem tieferen Sinn in ihrem Leben. Hier haben wir als Kirchen mit der biblischen Botschaft eine gemeinsame Antwort, für die wir werben wollen, anstatt uns wegen theologischer Unterschiede zu entzweien.“ Ihm sei es auch ein Anliegen, einem aus seiner Sicht bedenklichen Trend etwas entgegenzusetzen: „Es ist eine starke Polarisierung der Gesellschaft zu beobachten, und über kontroverse Themen wird immer härter gestritten – oft beleidigend und unversöhnlich.“ Hier stünden die Kirchen für einen Diskurs, der „von Gottes Wertschätzung für alle Menschen geprägt“ sei.

Neu in den VEF-Vorstand gewählt wurden der designierte Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Harald Rückert, sowie der Fachbereichsleiter für Korpsentwicklung und Entwicklung geistlichen Lebens im Hauptquartier der Heilsarmee, Major Frank Honsberg. Als Vorstandsmitglied bestätigt wurde der Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Frank Uphoff. Wie Stiba und Brenner gehört er dem Vorstand seit drei Jahren an.

Hörstings Vertreterin, Wenner, geht nach zwölf Jahren als Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in den Ruhestand und scheidet nach ebenfalls zwölf Jahren aus dem VEF-Vorstand aus. Von 2008 bis 2011 war sie Präsidentin der VEF.

Von: mab

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