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Neuer Platzhirsch in Kapernaum

In Norddeutschland verwandelt sich eine Kirchenruine zur Moschee und fördert eine Erkenntnis zutage.
Von PRO
Eingangsbereich der ehemaligen Kapernaumkirche Anfang 2013
Eingangsbereich der ehemaligen Kapernaumkirche Anfang 2013
Im Hamburger Stadtteil Horn hat eine muslimische Glaubensgemeinschaft, das Islamische Zentrum Al-Nour, im Jahr 2012 die ehemalige Kapernaum-Kirche, eine Ruine der örtlichen evangelisch-lutherischen Kirche, erworben und baut die Liegenschaft nun zur Al-Nour Moschee um. Der letzte Gottesdienst hatte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag bereits an Weihnachten 2002 in der Kirche stattgefunden. Weil die Kirchengemeinde die Renovierungskosten von geschätzten 1,5 Millionen Euro nicht stemmen konnte, musste das Gebäude verkauft werden. 2004 wurde dem Bericht zufolge die Kirche entwidmet und stand danach leer, verfiel. 2012 wechselte die ehemalige Kirche den Besitzer. Bei der Finanzierung half eine Spende aus Kuwait. Eigentümer ist jetzt das Islamische Zentrum Al-Nour. Das war auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie im Internet fündig geworden.

Pfarrerin: „Das ist für mich der selbe Gott“

Die ehemalige Pfarrerin der Kirche, Christin Susanne Juhl, hat mit der Wandlung kein Problem. „Da sind viele Gemeinsamkeiten, für mich ist das der gleiche Gott“, sagt sie der Süddeutschen. Ähnlicher Ansicht ist auch der Imam von Al-Nour, Samir El-Rajab. Gotteshaus bliebe seiner Auffassung nach Gotteshaus, zudem hätten Christentum und Islam denselben Ursprung. Der Verkauf hatte auch für Unmut gesorgt. Beispielsweise hatte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, den Verkauf als „Missgeschick“ und eine „geistliche Zumutung für die Menschen, die dort leben und sich mit der Kirche identifiziert haben“ bezeichnet. Fingerspitzengefühl hatten hingegen die Muslime beim Umgang mit der ehemaligen Kirche bewiesen und verschenkten das Kreuz der Kirche an eine evangelische Gemeinde. Der Vorsitzende der islamischen Gemeinde, Daniel Abdin, erklärte gegenüber der Zeitung: „Das allerletzte , was wir wollten, war eine Kirche“. Kirchen taugen seiner Meinung nach wegen ihrer Architektur nicht zur Moschee. Kay Kraack, der Pastor der evangelischen Gemeinde St. Georg, die mit Al-Nour befreundet ist, konstatiert: „Wir sind hier nicht mehr die Platzhirsche“. Seine Gemeinde müsse kooperieren, um in der multikulturell geprägten Nachbarschaft handlungsfähig zu bleiben. Bislang gibt es in Hamburg 33 Moscheen und Gebetsräume, rund 130.000 Muslime leben in der Hansestadt. Die Gläubigen des Al-Nour Zentrums treffen sich bis zum Abschluss der Umbauarbeiten zu Gebeten und Versammlungen noch in einer alten Parkgarage. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/venedig-macht-moschee-dicht-92156/
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