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Neuer Jesus-Film: Wunder und Passion ausgeschlossen

"Starship Troopers"-Regisseur Paul Verhoeven will geraderücken, was Mel Gibson seiner Ansicht nach falsch gemacht hat – und einen neuen Jesus-Film drehen. Wunder, Kreuzigung und Wiederauferstehung sollen in seinem Werk keinen Platz haben.

Von PRO

Foto: The Passion

Der Niederländer Paul Verhoeven gilt als Kultregisseur. In der Vergangenheit verfilmte er düstere Zukunftsvisionen wie "Starship Troopers" oder "Total Recall". Nun macht er Ernst mit seiner bereits vor zwei Jahren geäußerten Idee, seine Zuschauer für einen neuen Film in die Zeit Jesu zu versetzen. Streng biblisch soll sein Werk nicht sein, auch wenn er das Leben des Gottessohnes zeigen will. Dem Sender MTV verriet er, dass er die Menschlichkeit und Ethik Jesu betonen will, anstatt seine Wundertaten oder seine Hinrichtung zu zeigen. "Meiner Meinung nach war Jesus viel gefährlicher und abenteuerlustiger, als normalerweise gezeigt wird", sagte er.  

Kreuzigung: Im Vergleich gar nicht so schlimm

Auch wenn der Niederländer noch nicht allzu viel über sein neues Werk verriet, stellte er zumindest klar, wie sein Film nicht werden soll: Mel Gibsons "Passion Christi" habe Jesu Leben auf zwei Stunden des Leidens reduziert. Laut dem Dogma der Kirche habe Gott die Menschheit so von der Sünde erlöst. "Meiner Meinung nach ist das kompletter Unsinn", sagte er und weiter: "Das Leiden Jesu ist nicht der wichtige Punkt. Es ist furchtbar, aber viele Menschen finden ein furchtbares Ende. Sogar durch Krankheiten, die so schrecklich sind, dass eine Kreuzigung, die sechs Stunden dauerte, im Vergleich nicht einmal so schwerwiegend ist."

Bereits 2008 erschien Verhoevens Buch "Jesus of Nazareth", auf dem sein Film beruhen soll, zunächst auf Niederländisch. Seit dem 1. April ist es auch in englischer Sprache im Verlag "Seven Stories" zu haben. In seinem Buch vertritt Verhoeven etwa die Theorie, Jesus sei in Wirklichkeit das Ergebnis einer Vergewaltigung Marias durch einen römischen Soldaten. Verhoeven beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Bibel. Er ist Mitglied beim "Jesus Seminar" des verstorbenen amerikanischen Bibelforschers Robert W. Funk. Zu dieser Gruppe gehören rund 200 Personen, die die Bibel kritisch untersuchen und dabei vor allem auf den historischen Kontext achten.

Lebenstraum Jesus-Film

Wann er mit den Arbeiten am Jesus-Film beginnen will, steht noch nicht fest. Er werde sich Zeit nehmen und vielleicht vorher noch etwas anderes machen, sagte Verhoeven gegenüber MTV. Schon sein ganzes Leben lang habe er davon geträumt, das Leben Jesu auf die Leinwand zu bringen. Er gab zu, dass sein Jesus-Portrait von vielen als provokativ angesehen werden könnte. Für ihn sei es eine Forschungsarbeit. "Ist es kontrovers?", fragte er im MTV-Interview und gab gleich selbst die Antwort: "Es ist die Wahrheit." (pro)

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