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Neuer Herzensbrecher im ZDF

Ein sexy Pfarrer, eine hübsche und etwas zu selbstbewusste Sekretärin und eine konservative Kirchenvorstandsvorsitzende: Konflikte, Flirts und komplizierte Beziehungen zeichnen sich schon in Folge eins der neue ZDF-Serie „Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen“ ab, die am 2. November ausgestrahlt werden soll. Seichte und vorhersehbare Unterhaltung mit christlichem Touch. Eine TV-Kritik von Swanhild Zacharias
Von PRO

Foto: Frank Dicks / ZDF

Anfang November startet im ZDF eine neue Herzensserie, diesmal spielt sie im Pfarrhaus. In der ersten Folge von „Herzensbrecher“ ist das soziale Engagement von Pfarrer Andreas Tabarius (gespielt von Simon Böer), der gerade erst seinen Job in einer evangelischen Bonner Kirche angetreten hat, gefragt: Die 10-jährige Paula bittet um Kirchenasyl und will unter keinen Umständen zu ihren Eltern zurück. Nachdem der Witwer die Kleine erst einmal bei sich und seinen vier Söhnen aufgenommen hat – natürlich gegen den Willen der Kirchenvorstandsvorsitzenden, die lieber das Jugendamt einschaltet – geht er der Sache Stück für Stück auf den Grund, bis Eltern und Kind schließlich wieder zueinander finden. Als die Oma des Mädchens dann noch einen Herzanfall erleidet, ist das der Anlass zur Aussprache und Paulas Familie söhnt sich aus.

Das Happy End ist schon von Beginn an absehbar. Den Weg dorthin ebnen einige Bibelzitate und christliche Aussprüche von Tabarius („Unter uns Gebetsschwestern“ oder „Ich handle als Christ“) und sein gefühlsbetonter Appell an Menschlichkeit und Versöhnung. Das Tischgebet beim gemeinsamen Essen mit den Söhnen darf natürlich nicht fehlen. Dem wird jedoch durch den jüngsten Sohn Jakob die Ernsthaftigkeit genommen. Er nutzt das Gebet lieber für peinliche Offenbarungen über Affären des Vaters. Die bockige Paula, die um keinen Preis erzählen will, warum sie nicht wieder nach Hause will, wirkt etwas zu altklug. Ihre Geschichte wirkt gekünstelt und aufgebauscht, stellt sich das anfangs große Geheimnis doch als typische Familienzwistigkeit heraus.

Ende gut, alles gut

Folge zwei kommt etwas besser daher. Zwar ist auch hier der glückliche Ausgang abzusehen, die Darsteller spielen ihre Rollen jedoch überzeugender, und die Zwiegespräche des Pfarrers mit dem aktuellen Problemfall triefen nicht so sehr vor Schmalz wie in Folge eins. Tabarius stellt einen ehemaligen Gefängnisinsassen als Vikar ein, die Kollekte verschwindet, und natürlich wird der neue Mitarbeiter vom Kirchenvorstand verdächtigt. Tabarius‘ neue Sekretärin identifiziert schließlich mit Hilfe ihres Charmes Sohn Jakob als Täter, der das Geld für Schokolade brauchte. Nach einer anrührigen sonntäglichen Mini-Predigt, bei der Tabarius der Gemeinde ins Gewissen redet („Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“), stellt sich der Kleine. Natürlich wird ihm verziehen. Und als der neue Vikar um des lieben Friedens willen schließlich wieder geht, bittet die Kirchenvorstandsvorsitzende ihn wegen ihrer Verdächtigungen um Vergebung. Die Predigt hat also auch bei ihr gewirkt.

Soziale und moralische Komponenten spielen wieder die Hauptrolle, doch wirkt Folge zwei etwas glaubwürdiger, und die Bibelzitate kommen nicht so hingebogen daher. Die verstorbene Frau des Pfarrers übernimmt in der Serie die Rolle der verständnisvollen, imaginären Beraterin wenn er nicht mehr weiter weiß und kommt moralisch-gefühlvoll daher, hat auch mal einen passenden Bibelvers parat. Sie scheint eine gott-ähnliche Funktion einzunehmen, erscheint sie ihm doch nur beim Beten in der Kirche.

Christlicher Touch

Alles in allem bietet „Herzensbrecher“ unaufgeregte, seichte Unterhaltung. Dass Tabarius und seine Sekretärin bald mehr sein werden als Kollegen, ist klar. Die Handlung muss ja auch dem Titel gerecht werden. Kritische Themen, wie sie in anderen Pfarrersfilmen vorkommen, zum Beispiel Homosexualität, werden (noch) vermieden. Nach Aussage des ZDF gehe es in der Serie auch um christliche Werte und Inhalte in Bezug auf Familie und Gesellschaft. Das stimmt, mehr bietet die Serie im Hinblick auf christliche Inhalte aber nicht. Die Rolle der Kirche ist bestimmt von sozialem Engagement, Tabarius‘ Verhalten zeugt von Nächstenliebe. Eine klassische ZDF-Vorabendserie mit christlichem Touch, die ihren Anspruch erfüllt. Wer den „Landarzt“ mag, bei dem übrigens auch Simon Böer mitspielte, dem wird diese Serie ebenso gefallen. (pro)

„Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen“: Folge eins „Kirchenasyl“ und Folge zwei „Der verlorene Sohn“ am 2. und am 9. November im ZDF, jeweils um 18.25 Uhr. Auf ZDFneo laufen beide Folgen am 8. November ab 18 Uhr.

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