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Neuer Ärger für Fliege wegen Tipps zum Kirchenaustritt

Dem ehemaligen Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege droht neuer Ärger mit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Wie die "Rheinische Post" berichtet, könnte das Disziplinarverfahren, das die Landeskirche gegen Fliege eingeleitet hat, ausgeweitet werden. Grund ist eine Anleitung zum Kirchenaustritt.
Von PRO

Foto: www.fliege.de

Fliege gründete 2009 seine eigene "Internet-Kirche". Er gibt zudem eine Zeitschrift aus, die seinen Nachnamen trägt. Fliege, der von 1994 bis 2005 Moderator der gleichnamigen Talkshow in der ARD war, die wegen Zuschauerschwund abgesetzt wurde, hat über 20 Bücher geschrieben, viele davon sind Ratgeber in Sachen Esoterik. Fliege lehnt den Glauben an einen einzigen Gott sowie das Sühneopfer Christi ab. Im Sommer 2011 kritisierte die Sektenexpertin Ursula Caberta in ihrem Buch "Schwarzbuch Esoterik" dass der pensionierte Pfarrer die "Fliege Essenz" verkaufe. Er habe über sie gebetet wie über Weihwasser und seine Hände aufgelegt, um Trost und Kraft in die Essenz zu geben, so die Beschreibung auf seiner Internetplattform. Ein Fläschchen mit 95 ml des "Weihwassers" kostet 39,95 Euro plus 5,95 Euro Versand.

Vor zwei Wochen leitete die Evangelische Kirche ein Disziplinarverfahren gegen den prominenten TV-Pfarrer ein. Anlass war offenbar ein Text des Autors Benjamin von Stuckrad-Barre, den die Tageszeitung "Die Welt" im September veröffentlichte. Stuckrad-Barrre hatte Fliege in seinem Haus am Starnberger See besucht und über das Treffen geschrieben. Unter anderem berichtet er, dass ein junges heiratswilliges Paar Fliege besuchte, und er ihnen gesagt habe, "Gott, Kirche und so", das sei "erst mal scheißegal, auf die Seele kommt es an". Fliege soll hinzugefügt haben: "Wir nennen das Segen." Stuckrad-Barre merkt zudem an: "In der Tat scheint er sich regelmäßig mit Jesus zu verwechseln."

Laut der "Rheinischen Post" (RP) kritisiert die Landeskirche in Düsseldorf nun eine neue Serie über Kirchenaustritte in der Zeitschrift "Fliege", die der ehemalige Pfarrer herausgibt. Unter dem Titel "Ich glaube an Gott, aber nicht an die Kirche" gibt eine Autorin praktische Tipps für den Austritt – von der zuständigen Stelle (in Nordrhein-Westfalen: Amtsgericht) bis zu erforderlichen Unterlagen ("Denken Sie an Ihren Personalausweis oder Reisepass!"). Um nicht "rückwirkend zur Kasse gebeten" zu werden, rät die Autorin: "Wichtig: Lassen Sie sich auf alle Fälle eine Kirchenaustrittsbestätigung ausstellen!" Inoffiziell hieß es laut RP im Kirchenamt, der Text klinge, "als wenn ein VW-Händler für den Verzicht aufs Autofahren wirbt". (pro)
http://www.welt.de/vermischtes/prominente/article13597049/Alles-kostet-Geld-und-auch-mein-Service-kostet.html
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