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Neue Wege der Evangelisation wagen

Nach Jahrzehnten der Evangelisation über persönliche Begegnungen und Beziehungen sollen Kirchen und Gemeinden neue Wege gehen, um Menschen zu erreichen. Das erklärte Bill Hybels, Pastor und Gründer der "Willow Creek Community Church" in South Barrington, zum Abschluss des "Willow-Creek"-Leitungskongresses in Stuttgart.

Von PRO

Foto: Foto: Willow Creek D/CH

Nachdem seine Gemeinde über lange Zeit hauptsächlich über persönliche Freundschaften versucht habe, den Glauben an Jesus Christus weiter zu geben, seien nun neue Wege gefragt. "Es ist extrem schwer, den Wert der Evangelisation für 36 Jahre hochzuhalten", sagte Hybels. Bei Willow Creek habe er deswegen abgenommen, weil viele Mitglieder in den Gemeinden nun alle vorhandenen Freundschaften genutzt hätten, um von Jesus zu erzählen.

"Ernte niemals größer, als das was Du säst"

Weil es auch andere Möglichkeiten gebe, solle man so viel wie möglich daran setzen, dass man sie nutze. "Die Ernte wird niemals größer sein als das, was du säst", erklärte Hybels den 7.500 Kongressteilnehmern. Ihn habe zum Beispiel überrascht, wie erfolgreich Einladungen in eine Gemeinde sein könnten, wenn man sie per Post verschicke. Vor 30 Jahren habe man das für altmodisch gehalten. Gerade weil ein Großteil der Kommunikation heute digital sei, würden gedruckte Medien mehr auffallen, wenn sie entsprechend gestaltet sind und gut informieren.

Hybels zog am Ende des Leitungskongresses ein positives Fazit und sparte nicht mit Superlativen. Der Kongress in Stuttgart sei der beste von allen gewesen, seit der ersten Veranstaltung vor 15 Jahren. Auch Karl-Heinz Zimmer, Geschäftsführer von "Willow-Creek Deutschland", zeigte sich "sehr, sehr angetan von der Atmosphäre, die hier herrscht". Die haupt- und ehrenamtlichen Gemeindeleiter auf dem Kongress seien sehr offen, neu über ihre Gemeinden nachzudenken.

Die "Vielfalt der Gedanken" solle aber nicht verwirren, sondern helfen, die nächsten Schritte in den einzelnen Gemeinden formulieren zu können. Sehr erfreut zeigte sich Zimmer über die Reaktionen aus der Landeskirche. Unter anderem hatte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, den Kongress besucht.

Gott liebt es, die Menschen zu versorgen

Jeff Manion, Pastor der "Ada Bible Church" im US-Bundesstaat Michigan, sprach in einem Vortrag darüber, wie Gott schwierige Zeiten nutzen kann, um Menschen im Glauben zu festigen. "Eine unschöne Lebensphase, die du gerne schnell überwinden würdest, kann Gott ganz besonders gebrauchen, um etwas Positives in deinem Leben und deinem Charakter zu bewirken", erklärte er. Gott liebe es, Menschen zu versorgen und ihnen zu begegnen. Es sei von größter Wichtigkeit, wie Menschen auf eine Krisensituation reagieren: "Wie du mit 30 Jahren auf ein Problem reagierst, entscheidet darüber, welcher Mensch du im Alter von 40 sein wirst", so Manion. Statt in einer problematischen Lebensphase zu jammern, sei es klüger, Gott anzubeten und um Rat zu fragen.

Veranstalter des Leitungskongresses ist "Willow Creek Deutschland", eine Organisation, die regelmäßig Großveranstaltungen für Mitarbeiter aus Kirchen und christlichen Gemeinden durchführt. Der Name "Willow Creek" stammt von einer gleich lautenden christlichen Gemeinde in South Barrington bei Chicago, die nach Angaben des Leiters von Willow Creek International, Gary Schwämmlein, pro Wochenende bis zu 25.000 Gottesdienstbesucher verzeichnet. Das Gemeinde-Budget von etwa 40 Millionen Dollar stamme aus Spenden aus der Gemeinde. Die "Willow Creek Community Church" ist weltweit für ihre sozialdiakonischen Dienste bekannt, beispielsweise in der Familien- oder Suchtberatung. (pro)

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