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Neue Präses der EKD, Judenhass auf deutschen Straßen und ein zweideutiger Bibel-Post: Das war der Mai 2021

Anna-Nicole Heinrich wurde neue Präses der EKD-Synode. Außerdem sorgte ein Post des Bibelserver-Teams in den sozialen Netzwerken für viele Lacher. In Berlin kam es derweil es zu offenem Judenhass während einer pro-palästinensischen Demonstration.
Von Martin Schlorke
Anna-Nicole Heinrich

Foto: Anna-Nicole Heinrich

Anna-Nicole Heinrich gehörte der 12. Synode bereits als Jugenddelegierte an

Anna-Nicole Heinrich neue Präses der EKD-Synode

Die EKD wählte im Mai eine neue Präses. Die 25-jährige Anna-Nicole Heinrich löste Irmgard Schwaetzer ab. Diese hatte das Amt seit November 2013 inne. Heinrich ist seit 2015 Mitglied der EKD-Synode und gehörte der 12. Synode bereits als Jugenddelegierte an. Bei ihrer Vorstellung berichtete Heinrich, dass sie durch den Religionsunterricht zum Glauben gefunden habe und sich im Kindesalter hat taufen lassen. Auftrag der Kirche sei es, „hinaus ins Weite“ zu gehen und den Glauben zu leben. Als Präses stehe sie für eine „hoffnungsvolle, integrierende, pragmatische Kirche“, die ihren „missionalen und diakonischen Auftrag“ nie aus dem Blick verlieren dürfe. Der 13. EKD-Synode gehören unter anderem die Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe (CDU), Kerstin Griese (SPD) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne) an. Neu hinzugekommen sind Linda Teuteberg (FDP), Annette Sawade (bis 2017 SPD-Bundestagsabgeordnete) und mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Friedrich Straetmann (bis 2021) erstmals ein Linken-Politiker.

Judenhass und Gewalt bei „Pro-Palästina-Demo“ in Berlin

Bei einer pro-palästinensischen Demonstration ist es am 15. Mai in Berlin zu massiven Ausschreitungen gekommen. Am Nachmittag versammelten sich tausende Menschen im Bezirk Neukölln und forderten ein „freies Palästina“. Dominiert wurde die Demonstration von antisemitischen Sprechchören und Plakaten. Immer wieder riefen Teilnehmer dazu auf, Tel Aviv zu bombardieren. Nach etwa einer halben Stunde beendete die Polizei die Veranstaltung wegen Verstößen gegen die Hygieneauflagen. Daraufhin eskalierte die Situation. Dazu passt eine im Mai vorgestellten Statistik des Bundeskriminalamts (BKA). Demnach haben Angriffe auf Religionsgemeinschaften im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent zugenommen. Ein Großteil der Angriffe richtete sich gegen Vertreter jüdischer Gemeinschaften.

pro-palästinensische Demo, Israel, Antisemitismus Foto: PRO/Martin Schlorke
Auf Plakaten wurde immer wieder der Staat Israel dämonisiert

„House of One“: Grundstein gelegt

Im „House of One“ in Berlin sollen ab 2024/2025 eine Kirche, eine Synagoge und eine Moschee Platz finden. Nun wurde der Grundstein für das Mehr-Religionen-Haus gelegt. Das Projekt ist weltweit einmalig und soll ein zentraler Anlaufpunkt für den multireligiösen Dialog der drei abrahamitischen Weltreligionen sein. Im Rahmen der feierlichen Grundsteinlegung sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), dass das „House of One“ einen hohen theologischen Anspruch habe. Es wolle Begegnung auf engstem Raum und im gegenseitigen Respekt schaffen, ohne den Anspruch zu erheben, eine der drei Religionen in Gänze zu repräsentieren. Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht in dem „einmaligen Haus“ viele Herausforderungen, „aber auch Chancen für unsere Gesellschaft“.  „Zuhören und Verstehen-Wollen“ seien Schlüssel zur Toleranz.

House of One Grundsteinlegung Foto: PRO/Martin Schlorke
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Georg Hoberg, Imam Kadir Sanci und Berlins Bürgermeister Michael Müller bei der Grundsteinlegung (v.l.n.r.)

Zweideutiger Bibel-Post geht viral – und die Kirchenbubble schmunzelt

Der Post eines Bibelverses ließ diese Woche in den Sozialen Medien unbeabsichtigt Raum für anzügliche Interpretationen und sorgte damit für einen viralen Hit. Was war geschehen? Eigentlich nichts Besonderes: Wie sonst auch postete das Bibleserver-Team einen Bibelvers mit Hashtag. „Es war Gott – nicht wir –, der ihn wachsen ließ.“ aus 1. Korinther 3,6. Doch der dazugehörige Hashtag #WCHSN lud viele Nutzer zu zweifelhaften Spekulationen ein. Im Vers gibt es nur ein Wort, das diese Buchstabenfolge meinen könnte. Für sich genommen ließen sich die Leerstellen aber auch anders füllen, zum Beispiel mit einem „I“ statt einem „A“ – und schon beschreibt das Wort eine sexuelle Handlung. Im Zusammenhang mit dem Vers eindeutig zweideutig. Der Post und unzählige Nutzerkommentare riefen dann auch die Presse auf den Plan. „Bibel-Fans gehen mit Schmuddel-Hashtag viral“, titelte die Bild-Zeitung und schob hinterher: „Da schmunzelt selbst die Kirche …“

#wchsn, ERF Medien, Hashtag, Bibelvers, Bibleserver, Soziale Medien, viral Foto: Bibleserver.com
Ohne Vokale bietet der Hashtag mehr Interpretationsspielraum als gedacht
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