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“Neue Medien”: Jugend wird vorsichtiger

Jugendliche schützen ihre Privatsphäre im Internet mehr denn je. Das ergab die JIM-Studie 2010. Neue Medien, so meinen die Forscher außerdem, haben das Prädikat "neu" schon lange nicht mehr verdient. Der Computer hat dem Fernseher mittlerweile den Rang als wichtigstes Unterhaltungsmedium abgelaufen.
Von PRO

Foto: flickr/Jonney

Inzwischen haben vier Fünftel der 12- bis 19-Jährigen einen eigenen Computer oder ein Laptop, gut die Hälfte besitzt einen eigenen Fernseher. Auch einen eigenen Internetzugang hat jeder zweite der 1.208 befragten Jugendlichen. Die Mitarbeiter des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) und die SWR Medienforschung schließen daraus: "Computer und Internet sind Realität und Alltag. Von ‘Neuen Medien’ kann in diesem Kontext nicht mehr gesprochen werden."

Auch deshalb hat sich wohl der Umgang mit dem Internet verändert. Jugendliche sind vorsichtiger geworden. Das Internet ist für sie laut Studie vor allem eine Plattform zur Kommunikation. Dies geschieht in erster Linie über soziale Netzwerke und Instant Messenger. Online-Communities werden von mehr als der Hälfte der sogenannten "Onliner" täglich genutzt, von den meisten sogar mehrmals am Tag. Marktführer ist dabei "schülerVZ", das jeder zweite Jugendliche nutzt. Einen enormen Zulauf bescheinigen die Forscher der Plattform "Facebook", das von mehr als einem Drittel der Jugendlichen besucht wird. Die Bereitschaft, persönliche Daten ins Netz zu stellen, ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Zudem machen Jugendliche deutlich häufiger von der Möglichkeit Gebrauch, die Zugänglichkeit der Daten auf einen bestimmten Personenkreis einzuschränken. Bei den Jungen sind es 62 Prozent der Nutzer, 21 Prozent mehr als im Vorjahr, bei den Mädchen 72 Prozent, 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Parteien und religiöse Gruppen nutzen Communities

Jeder zehnte Nutzer von Online-Communities berichtet davon, dass er dort schon einmal von einer politisch oder religiös motivierten Gruppe angesprochen wurde. Das können etablierte Parteien oder rechtsextreme Gruppen sein, aber auch Großkirchen und islamische Glaubensgemeinschaften. Zwei Prozent berichten, von den Zeugen Jehovas kontaktiert worden zu sein, ein Prozent von Scientology oder islamistischen Gruppen.

Wenn Jugendliche das Internet als Informationsplattform nutzen, verwenden sie meist Suchmaschinen und Wikis. Als glaubhaft bewerten sie vor allem die Internetseiten von Zeitungen und Zeitschriften, aber auch Suchmaschinen und Provider, Onlineangebote öffentlich-rechtlicher wie privater Rundfunkanbieter und Wikipedia.

Und sie lesen doch…

Neben dem Internet bleiben auch die traditionellen Medien wie Fernsehen und Radio fester Bestandteil der Erlebniswelt Jugendlicher. Das Buch hat laut Studie in dieser Altersgruppe in den vergangenen zehn Jahren keinen Bedeutungsverlust hinnehmen müssen. Der Anteil der regelmäßigen Buchleser ist mit 38 Prozent auf dem identischen Wert wie 1998. Auch die Nutzerzahlen von Zeitschrift und Tageszeitung blieben unter Jugendlichen stabil. 15 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen regelmäßig das Onlineangebot von Tageszeitungen, 10 Prozent das von Zeitschriften.

Die repräsentative Studienreihe JIM (Jugend, Information, Multimedia) bildet seit 1998 jährlich das Medienverhalten von Jugendlichen ab. (pro)

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