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Netflix-Serie: Evolutionsskeptiker sind dumm

Der amerikanische Wissenschaftsmoderator Bill Nye ist bekannt dafür, Kritik an religiösen Überzeugungen zu üben, die er für falsch hält. Nun hat er auch in seiner Netflix-Serie „Bill Nye Saves the World“, die auch in Deutschland zu sehen ist, durchblicken lassen, dass er christliche Anschauungen etwa zur Evolutionstheorie für „dumm“ hält.
Von Jörn Schumacher
Bill Nye moderiert auf Netflix eine Sendung über wissenschaftliche Themen. Der christliche Glaube kommt eher nicht gut weg.

Foto: Gage Skidmore

Bill Nye moderiert auf Netflix eine Sendung über wissenschaftliche Themen. Der christliche Glaube kommt eher nicht gut weg.

Bill Nye ist einer der bekannten Fernsehmoderatoren auf dem Gebiet Wissenschaft. Er moderierte von 1993 bis 1998 die Wissenschaftssendung „Bill Nye the Science Guy“. Seit April 2017 moderiert er die Sendung „Bill Nye Saves the World“ auf Netflix.

Von der auch in Deutschland abrufbaren Dokumentationsserie startete in der vergangenen Woche die dritte Staffel. Wie schon bei früheren Gelegenheiten macht er darin keinen Hehl daraus, dass er wenig von der Kritik an der Evolutionstheorie hält, die manche Christen vorbringen. In Episode fünf behandelt Nye mit seinen Gästen das Thema „Evolution: Wo kommen wir her?“. Er spricht unter anderem mit einem ehemaligen Dominikaner-Priester namens Francisco Ayala, der seinen Wunsch, Priester zu werden, aufgab und Evolutionsbiologe wurde.

„Ich bin Bill Nye, und ich bin hier, um die Welt zu retten“, mit diesen Worten beginnt Nye jede Folge seiner Netflix-Serie. „Für viele von uns erzählt die Religion die Ursprungsgeschichte“, sagt er in Folge fünf. „Das ist okay. Bei mir war das auch so“, fügt er hinzu und er zeigt ein Foto von sich aus seiner Zeit als Jugendlicher, in der er Messdiener war. Er habe die Religion damals ernstgenommen. „Aber ich hatte immer noch Fragen. Und die Wissenschaft hat mir geholfen, Antworten zu finden.“ So habe ihm etwa die Evolutionstheorie die Frage beantwortet: Wo kommen wir her?

Ungeachtet der Frage, dass die Naturwissenschaft nicht den Grund für unsere Existenz erklärt und sich genau darin vom Glauben unterscheidet, zeigt er sich gegenüber seinen Gästen verwundert: „Warum nur lehnen so viele Menschen die Evolutionstheorie ab?“ Sein Gesprächspartner Ayala gibt als Antwort: „Dummheit“.

„Es gibt Menschen, für die steht die Evolution im Widerspruch zur Religion“

Nye befragt den ehemaligen Priesteranwärter nach dem Spannungsfeld zwischen Glaube und Evolution. Ayala antwortet: „Es gibt Menschen, für die steht die Evolution im Widerspruch zur Religion. Dann gibt es welche, die betrachten beides unabhängig voneinander. Für mich sind es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt, die sich eher ergänzen als widersprechen.“ Die Katholische Kirche habe kein Problem mit der Evolution. Schon Papst Pius XII. habe im Jahr 1950 bekräftigt, „dass die Evolution mit den Grundsätzen des christlichen Glaubens vereinbar ist“, sagt Ayala.

Nye ist bekannt dafür, ein vehementer Kritiker von Weltanschauungen wie Intelligent Design und Kreationismus zu sein. Einmal debattierte er öffentlichkeitswirksam mit Ken Ham, dem Begründer von „Answers in Genesis“ und des „Schöpfungsmuseums” in Petersburg, Kentucky.

Auch in einer früheren Folge seiner Serie der aktuellen Staffel, in der „Sucht-Folge“ (Folge 3), gibt es Seitenhiebe gegen Christen. Nye spricht mit der Komikerin Maria Bamford, die früher Essstörungen hatte und sogar Selbstmord begehen wollte. In Gruppentherapien fand sie Hilfe. Sie kritisiert das „Zwölf-Schritte-Programm“, ein spirituelles Programm der Anonymen Alkoholiker (AA). Einige christliche Ableger bringen bewusst Gott und den Glauben in die Therapie mit ein. Im Hinblick auf diese Gruppen sagt Bamford in der Sendung: „Ich bin Atheistin. Manche Leute haben ein Problem mit den Zwölf Schritten, weil dort häufig das Wort ‚Gott‘ gebraucht wird. ‚Höhere Macht‘ hört man auch öfter. Ich habe diese Wörter durch ‚Neil deGrasse Tyson‘ ersetzt.“ Dabei handelt es sich um einen anderen bekannten Moderator von Wissenschaftssendungen und Astronomen.

Von: Jörn Schumacher

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