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Netflix-Film mit schwulem Jesus ruft Proteste hervor

Eine brasilianische Comedy-Truppe sorgt mit einer Jesus-Satire für Proteste. Auf dem Film-Streamingdienst Netflix ist seit zwei Wochen ein Film zu sehen, der Jesus als schwul darstellt. Inzwischen haben sich im Internet über eine Million Menschen gefunden, die von Netflix den Stopp des Films fordern.
Von Jörn Schumacher
Einen schwulen Jesus und Gott, der aussieht wie ein Wikinger (links), zeigt die Netflix-Komödie „The First Temptation of Christ“ (Die erste Versuchung Christi)

Foto: Netflix

Einen schwulen Jesus und Gott, der aussieht wie ein Wikinger (links), zeigt die Netflix-Komödie „The First Temptation of Christ“ (Die erste Versuchung Christi)

Der Film „The First Temptation of Christ“ (Die erste Versuchung Christi) sorgt für Aufsehen unter Christen: Jesus wird hier dargestellt als schwuler Mann. Eine Online-Petition verlangt von Netflix, dass der Streifen aus dem Programm genommen wird, weil er blasphemisch sei. Inzwischen haben über 1,8 Million Menschen die Petition unterschrieben. Neben dieser Hauptaktion gibt es auf der Plattform change.org rund ein halbes Dutzend weitere Petitionen gegen den Film, die jeweils bis zu einige Tausend Unterzeichner gefunden haben.

Der Titel des 46 Minuten langen Films ist angelehnt an den bekannten Jesus-Film „The Last Temptation of Christ“ aus dem Jahre 1988 von Martin Scorsese. Er wurde produziert von der brasilianischen Comedy-Gruppe „Porta dos Fundos“ (Hintertür), die auf YouTube aktiv ist. Der Comedy-Kanal wurde 2012 in Rio de Janeiro gegründet und hat rund 16 Millionen Abonnenten.

Ihr scherzhafter Jesus-Film ist seit dem 3. Dezember beim Bezahldienst Netflix zu sehen. Gesprochen wird nur Portugiesisch, aber Untertitel gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. In „The First Temptation of Christ“ hat Jesus eine sexuelle Beziehung zu seinem Mann namens Orlando. Netflix schreibt zum Inhalt: „Jesus wird 30 und macht seine Sippe mit einem Überraschungsgast bekannt. Ein so göttliches Weihnachtsspecial kann nur einen Schöpfer haben: Porta dos Fundos.“ Der Film wird für ein Alter ab 16 Jahren empfohlen.

„Blasphemisch, vulgär und respektlos“

Eduardo Bolsonaro, der Sohn des brasilianischen Präsidenten, twitterte über sein Unbehagen gegenüber dem Film: „Wir sind für Meinungsfreiheit, aber ist sie einen Angriff auf den Glauben von 86 Prozent der Bevölkerung wert?“

Laut einem Bericht der britischen Internet-Zeitung The Independent schrieb der Bischof Henrique Soares da Costa aus dem brasilianischen Bundesstaat Pernambuco auf Facebook, dass er seinen Netflix-Account aus Protest gelöscht habe. Die Serie sei „blasphemisch, vulgär und respektlos“. Das Online-Magazin „The Catholic Thing“ kritisiert vor allem die schlechte Machart des Films, der Humor sei eher für 13-Jährige geeignet. Gott sehe aus wie ein Wikinger. Der Autor empfiehlt: „Schaut Euch ‚The First Temptation of Christ‘ nicht an!“

Der brasilianische Pastor und Kongressabgeordnete Marco Feliciano twitterte: „Christen und Nichtchristen haben mich gebeten, etwas gegen die unverantwortlichen Mitglieder der Gruppe Porta dos Fundo zu unternehmen. Es ist Zeit, gemeinsam etwas zu tun – Kirchen und alle guten Menschen –, dies zu beenden.“

Von: Jörn Schumacher

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