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„Neger-“ oder „Südsee-König“?

Die Political Correctness in der deutschen Sprache hilft nicht, reale Diskriminierung zu verhindern. Das haben der Journalist Jan Fleischhauer und die CDU-Politikerin Erika Steinbach am Montag auf einem Diskussionsabend in Frankfurt gesagt.
Von PRO

Foto: pro

Hinter der politisch korrekten, „verkrampften“ Sprache stecke der in seinen Augen falsche Gedanke, man könne die Gesellschaft verändern, indem man die Sprache ändere, sagte Jan Fleischhauer.

Bei der Diskussion ging es zum Beispiel um Kinderbücher wie „Pippi Langstrumpf“, bei denen Wörter, die heute als anstößig empfunden werden, ausgetauscht werden sollen. So gilt das Wort „Neger“ heute als diskriminierend, daher solle Pippis Vater nicht mehr „Negerkönig“, sondern „Südseekönig“ sein. Fleischhauer sagte, er würde einen dunkelhäutigen Menschen im Gespräch niemals „Neger“ nennen, weil er niemanden mit einem Begriff bezeichnen würde, den die Person als beleidigend empfinden würden. Allerdings gehe es hier um historische Dokumente, die nicht einfach umgeschrieben werden sollten.

Viel wichtiger als die Political Correctness sei es, mit Taten gegen Diskriminierung vorzugehen. Dieser Meinung schloss sich Erika Steinbach an. Die Politikerin warf den Grünen Heuchelei beim Thema Geschlechtergerechtigkeit vor. Einerseits würden sie vor der Wahl ihre Posten mit vielen Frauen besetzen, nach der Wahl würden dann aber doch wieder die Männer den Ton angeben, so wie es 1998 beim Außenminister Joschka Fischer und beim Umweltminister Jürgen Trittin gewesen sei.

„Gender-Debatte ist Eliten-Diskurs“

Arthur Eberle, Vorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Frankfurt, berichtete von Political Correctness im Universitätsalltag. Dort störe er sich besonders an der „gendersensiblen” Sprache, die Texte oft unlesbar machen würden. Dabei geht es darum, alle Geschlechter sprachlich zu berücksichtigen. Für viele Gender-Theoretiker gehören nicht nur Männer und Frauen, sondern auch andere Geschlechter dazu. Eberle sei es als Sohn zweier kasachischer Eltern nie wichtig gewesen, ob er nun Ausländer oder Migrant genannt werden solle, sondern wie mit ihm umgegangen werde.

Fleischhauer nannte die Gender-Debatte einen „Eliten-Diskurs“, der außerhalb der Universitäten fast keine Rolle spiele. Außerdem störe ihn, dass sich viele Menschen als „Opferfigur“ sehen wollten, um dadurch Mitleid zu wecken. Das gelte aber nicht nur für die Linken, sondern auch für Konservative: „Das ist bei den einen genauso unsexy wie bei den anderen.“ Für Erika Steinbach schränkt die Gender-„Ideologie“ die Menschen zu sehr ein: „Der liebe Gott hat die Menschen in Männer und Frauen eingeteilt, und das ist schön so.“

Jan Fleischhauer arbeitet als Journalist beim Magazin Der Spiegel und schreibt wöchentliche Kolumnen auf Spiegel-Online, in denen er regelmäßig die politische Linke angreift. Er ist Autor der beiden Bücher „Unter Linken – Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“ und „Der schwarze Kanal“, eine Sammlung von Beiträgen aus seiner gleichnamigen Kolumne. Erika Steinbach (CDU) ist Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Bunds der Vertriebenen, außerdem ist sie Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.

Der Diskussionsabend, der „Auf dem Weg zur Trottelsprache – Vom Sinn und Unsinn der Political Correctness“ hieß, wurde vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Frankfurt veranstaltet. (pro)

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