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NDR-Beitrag war notwendig

Drei Monate nach Ausstrahlung der heiß diskutierten Reportage „Mission unter falscher Flagge“ will die Deutsche Evangelische Allianz einen Schlussstrich unter die Vorwürfe des NDR ziehen. Eines steht fest: Das Thema wird die Evangelikalen noch lange beschäftigen. Ein Kommentar von Anna Lutz
Von PRO
Die Allianz wird als Reaktion auf die Debatte um den NDR-Beitrag Missbrauchsbeauftragte einführen

Foto: NDR

Die Allianz wird als Reaktion auf die Debatte um den NDR-Beitrag Missbrauchsbeauftragte einführen
Auch die Evangelikalen brauchen Missbrauchsbeauftragte. Das hat die NDR-Sendung „Mission unter falscher Flagge“ gezeigt und so hat es Michael Diener am Montag auch eingeräumt. Die Allianz bedauert die problematischen Vorgänge in den ihr zugeordneten Häusern und will Obleute benennen, die als Ansprechpartner für Opfer von Machtmissbrauch fungieren sollen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Vehemenz, mit der Diener in seiner Mitteilung erneut den NDR angreift, verwundert indes. Er wirft dem Sender selbst Machtmissbrauch vor, indem er die Zuschauer durch einseitige Darstellung getäuscht habe. Der kritische Beitrag vom August dieses Jahres, der sich mit Gemeinden und Werken beschäftigt, die der Allianz zugeordnet sind, habe „nicht als Beitrag zu einer Diskussion, sondern als Urteilsspruch über eine bestimmte Frömmigkeitsrichtung“ gewirkt. Dabei wurde innerhalb der evangelikalen Reihen in den vergangenen Monaten über kaum etwas so viel diskutiert, wie über die mutmaßlichen Vorgänge in den entsprechenden Werken. Diener räumt ein, es habe Fälle von Machtmissbrauch wie der NDR sie darstellt, gegeben. „Auch der DEA liegen als Reaktion auf diesen Filmbeitrag Schreiben betroffener Menschen vor, teils aus im Film dargestellten Gemeinden, teils auch aus ganz anderen Gemeinden und Organisationen.“ Es gibt also Missstände, die den vom NDR dargestellten zumindest ähneln. Der Sender hat zugespitzt und an der ein oder anderen Stelle auch einen Teil der Wahrheit verschwiegen. Wenn die Allianz aber sogar selbst als Reaktion auf den Film bekennt, dass ihr Zuschriften von Betroffenen vorliegen und sie nun Ansprechpartner für Missbräuche benennen möchte – wie kann der Film dann kein sinnvoller Beitrag zur Diskussion gewesen sein? Offenbar hat die Produktion dabei geholfen, Probleme aufzuzeigen, öffentlich zu machen und anzugehen. Es ist gut, dass die Allianz dies nun tut. Und wenn dafür ein fragwürdiger Beitrag des NDR notwendig war – seis drum. (pro)
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