Das christliche Medienmagazin

Nahles ist gegen “strikten Laizismus”

Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat sich gegen eine strikte Trennung von Staat und Religion ausgesprochen. In der aktuellen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) verteidigt sie das Verbot eines laizistischen Arbeitskreises innerhalb ihrer Partei.

Von PRO

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung (flickr)

Wer Religionen und ihre öffentliche Wirkung aus einer Gesellschaft ausklammern wolle, sperre auch deren "friedensstiftendes und integrationsförderndes Potenzial" aus, schreibt Nahles in der FAZ. Nicht der Glaube selbst sei ein Problem für Europa, "sondern die Annahme, dass nur säkulare Gesellschaften demokratische Gesellschaften sein können". So sei für Nahles etwa nicht erkennbar, wie ein strikter Laizismus besser in der Lage sein solle, den Islam zu integrieren.

Mit ihrem Kommentar will Nahles all jenen antworten, die in dem letztjährigen Verbot eines offiziellen laizistischen Arbeitskreises der SPD eine Privilegierung der Kirchen durch die Partei sehen. "In der SPD haben Humanisten, Atheisten und Konfessionslose genauso ihren Platz wie Juden, Christen, Muslime etc.", schreibt Nahles. Der Parteivorstand habe sich mit seiner Entscheidung aber sehr wohl dagegen ausgesprochen, dass Laizisten im Namen der SPD für eine strikte Trennung von Staat und Religion stritten.

"Stimmt eigentlich die Gleichung, dass weniger Kirche auch mehr Freiheit bedeutet und dass der Laizismus die angemessene Antwort auf die gewachsene moralische und religiöse Vielfalt in unserem Land und in Europa ist?", fragt die Katholikin, um selbst zu antworten: Länder mit Staatskirchen, etwa die skandinavischen, bewiesen das Gegenteil. An der ehemaligen Sowjetunion hingegen habe sich erwiesen, dass auch säkulare Staaten undemokratisch sein könnten. "Ein Interessensausgleich, der unterschiedlichen Gruppen angemessene Rechte garantiert und dem Individuum Freiheit zur Entfaltung lässt, wird nur gelingen, wenn nicht nur ‘weltanschaulich imprägnierte Überzeugungen’ (Habermas) aufeinandertreffen, sondern alle Seiten ihre Vorstellungen einbringen", ist Nahles überzeugt. (pro)

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen