cityshake, flickr (CC BY-NC-SA)

Bitte recht freundlich! – Salafisten legen Reiner Calmund herein

Der ehemalige Manager des Fußballbundesligisten Bayer Leverkusen, Reiner Calmund, ist am Sonntag unfreiwillig zur Werbefigur für Salafisten geworden. Nun fühlt er sich missbraucht und prüft, ob er die Veröffentlichung eines Fotos verbieten lassen kann.

Der ehemalige Fußballmanager und Buchautor Reiner Calmund ist am Sonntag scheinbar zwei Salafisten auf den Leim gegangen. Bei einem Besuch der Frankfurter Buchmesse am Sonntag baten zwei Besucher Calmund um ein gemeinsames Fan-Foto. Der willigte ein, ließ sich bereitwillig zwischen den beiden jungen Männern fotografieren. Wenige Stunden später sah sich Calmund jedoch mit der Frage konfrontiert: „Mensch, wissen Sie nicht, wer das ist?“, berichtet die Süddeutsche Zeitung.  

Die beiden vermeintlichen Calmund-Fans entpuppten sich nach Aussage der Bild-Zeitung als Salafisten. Auf dem Foto, das jetzt im Internet kursiert, sieht man Calmund zwischen zwei freundlichen jungen Männern. Was auch Calmund nicht sehen konnte: beide tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Lies!“. Einer der jungen Männer hält ein Buch mit orientalischen Ornamenten. „Lies!“ ist eine Kampagne, bei der großflächig Koranübersetzungen in Fußgängerzonen deutscher Großstädte verschenkt werden. Die Initiative wird unterstützt von dem als islamistisch-salafistisch geltenden Prediger Ibrahim Abou-Nagie. Die Bild-Zeitung verwendet auf ihrer Internetseit den Terminus „Hass-Prediger“. 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Köln gegen Abou-Nagie. Die  Ermittlungen führten zur Anklage wegen des Aufrufes zu Straftaten und Störung des religiösen Friedens. 2012 wurde das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Er habe sich in Eile befunden, sagte Calmund der Süddeutschen Zeitung, und nicht mit den beiden Männern gesprochen. Er habe auf seinem Weg lediglich kurz Halt gemacht, um Autogramme zu geben und Fan-Fotos zu ermöglichen. Jetzt ist Calmund sauer. „Ich dachte, ich mache ein Foto mit Fans. Ich bin missbraucht worden, das muss man schon so bezeichnen“, berichtet die Zeitung. Extremismus und Gewalt lägen ihm fern, er setze sich für Integration ein, konstatiert Calmund im Interview mit der Süddeutschen. Er wolle sich auch weiterhin mit Fans fotografieren lassen. „Ich werde niemanden scannen“, zitiert ihn die Zeitung. Allerdings lasse er jetzt prüfen, ob man die Veröffentlichung des Fotos verbieten lassen könne. (pro)

Von: nob

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