Die Stadt Maalula ist zum Symbol für die Vertreibung der Christen aus Syrien geworden

„In Maalula hat das Böse keinen Platz“

In Syrien bedrohen Islamisten einen der wichtigsten christlichen Pilgerorte – die Stadt Maalula. Die Tageszeitung Die Welt widmet sich in einer Reportage der Lage der Christen vor Ort und stellt fest: Bald werden sie ihr einstiges Stammland komplett verlassen haben.

„Maalula ist ein mystischer, ein friedlicher Ort“, schreibt Die Welt. Hier habe sich eine der ersten christlichen Gemeinden gebildet, es werde noch Aramäisch gesprochen, die Sprache, in der Jesus Christus gepredigt hat. Das Dorf sei einer der wichtigsten christlichen Pilgerorte Syriens – und zugleich Symbol für die Vertreibung der Christen aus ihrer einstigen Heimat.

Syrische Rebellen, vor allem die Islamisten, lieferten sich seit Wochen erbitterte Gefechte mit den Regierungstruppen um das Bergdorf. Zeitweise hätten die Extremisten Teile des Dorfes erobert, sodass die Bewohner in Scharen geflohen seien. Von Verwüstungen, Beschimpfungen und sogar Zwangskonvertierungen zum Islam berichteten sie heute. Maalula sei strategisch wichtig, erklärten die Rebellen. Die Autoren der Welt fügen hinzu: „Viele halten das für einen vorgeschobenen Grund, um diesen christlichen Wallfahrtsort religiös zu ‚säubern’, die ‚Ungläubigen’ auszulöschen.“

Exodus der Christen

Die Welt konstatiert einen „Exodus der Christen“. Zuerst seien sie aus dem Irak geflohen, nun aus Syrien. „Bald wird es keine Assyrer, Aramäer, Chaldäer, Armenier, Kopten und Griechisch-Orthodoxe im Stammland der Christen mehr geben“, heißt es im Artikel. 1945 seien rund 20 Prozent der Syrer christlichen Glaubens gewesen, bei Ausbruch des Bürgerkrieges vor zweieinhalb Jahren noch knapp sechs Prozent. Diese Zahl habe sich mit zunehmendem Einfluss der radikalen Islamisten noch einmal drastisch verringert. „Schätzungen zufolge sind unter den gut zwei Millionen Syrern, die bislang ins Ausland flohen, rund 100.000 Angehörige der verschiedenen christlichen Konfessionen.“ Je mehr die Dschihadisten an Einfluss in Syrien gewönnen, desto gefährdeter seien die Christen: „In einem islamischen Gottesstaat, wie ihn die Radikalen propagieren, leben Christen gefährlich.“

Doch es gibt auch freundlich gesinnte Muslime im Land. Im Artikel kommt unter anderem Abu Hassan zu Wort. Wenn er wütend und frustriert sei, komme er nach Maalula, setze sich in die kleine Kapelle des Klosters Mar Sarkis, rede ein wenig mit dem Pater und fühle sich dann besser – trotz seines muslimischen Glaubens. "Es ist, als ob sie den Teufel austreiben könnten", sagt er über die Christen, und weiter: "Hier hat das Böse keinen Platz". (pro)


Von: al

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