Trotz Protesten: Christival fröhlich eröffnet

Wegen eines abgesagten Seminars und der Einstellung vieler evangelikaler Christen zu Sexualität und Abtreibung war der Medienrummel um das diesjährige Christival in Bremen vielleicht größer als sonst. Am Mittwochabend fiel der Startschuss, knapp 16.000 angemeldete Teilnehmer freuten sich auf ein buntes Programm zum Thema "Jesus bewegt" – und einige Hundert in Schwarz Vermummte versuchten, die Auftaktveranstaltung vor dem Bremer Messeplatz zu stören.

"Ich freue mich und bin völlig entspannt", sagte Roland Werner, als er vor rund 16.000 meist jugendlichen Gästen auf dem Messevorplatz das fünftägige Christival eröffnete. Im Voraus hatte es Anfeindungen gegen den Kongress gegeben; das Bündnis "Freiheit für Vielfalt" und verschiedene Gruppen von Schwulen, Lesben und Feministinnen kündigten an, Demonstrationen bei der Eröffnungsfeier und während der Christival-Tage durchzuführen und protestieren öffentlich gegen die Thesen einiger Seminaranbieter des Christivals. In über 230 Seminaren, Workshops und Foren werden während der kommenden vier Tage Themen behandelt, die Jugendlichen unter den Nägeln brennen, seien es Berufsperspektiven, Musikmachen, Essstörungen oder der Nahostkonflikt – oder eben auch Sexualität. Dass dieses Thema von Christen oft anders behandelt wird als von Nichtchristen, passt offenbar vielen nicht, und sie rüsteten zum Protest.

Roland Werner ermutigte die Zuhörer, Jesu Worten zu folgen "Ihr seid das Licht der Welt". Dies bedeute vor allem, mit Liebe allen Menschen zu begegnen – "auch Schwulen und Lesben". Er rief die Teilnehmer des Christivals auf, mit diesem Licht der Liebe den anderen zu begegnen. "Ich wünsche uns drei Dinge für dieses Christival", so Werner, "dass wir im Glauben gestärkt werden, dass jeder mindestens 5 oder 50 neue Freunde findet und dass wir den Homosexuellen mit Liebe begegnen. Wir wollen in Bremen ein fröhliches, friedvolles und vom Geist Gottes getragenes Glaubensfest feiern.“

Demonstranten stürmen Absperrgitter

Bereits am Bremer Hauptbahnhof, der in Sichtweite des Messegeländes liegt, machte eine kleine Gruppe von fünf Personen mit Plakaten darauf aufmerksam, dass sie Homosexualität für etwas Normales halten. Gleich gegenüber von ihnen hatten sich ebenso viele Christen positioniert, die auf Plakaten erklärten, dass Gott die Homosexuellen liebe, die Homosexualität jedoch ablehne, und dass das Thema Sexualität keinesfalls im Zentrum der Aufmerksamkeit des Christival liege. Auf dem Fußboden des Bahnhofgeländes fanden sich als Protestnoten überall kleine Zettelchen mit Aufschriften wie "Lesben, die zarteste Versuchung, seit es Frauen gibt", "Auf Teufel komm raus lesbisch" oder schlicht "Gott ist tot".

Als während des Eröffnungsfestes christliche Bands wie "October Light", "iThemba" und die "JesusHouseBand" spielten, wurden von ferne Pfiffe, Rufe und Silvesterböller hörbar. Für 20 Uhr hatte sich ein Bündnis von Lesben, Schwulen und Gegnern der christlichen Sexualmoral auf einer Straße vor dem Messeplatz versammelt. Über 500 Personen riefen, pfiffen und schossen Silvesterraketen ab. Schließlich durchbrachen etwa hundert von ihnen das erste Gitter, und liefen zur zweiten Absperrung, hinter der die Gäste des Christival an der Auftaktveranstaltung teilnahmen. Polizisten konnten die Menge jedoch aufhalten und zurückdrängen. Ein Polizist und eine Frau wurden bei diesem Durchbruch leicht verletzt. Zwei Demonstranten wurden von der Polizei festgenommen. Unbekannte hatten am Dach des Messegebäudes zudem ein Banner entrollt, auf dem zu lesen war "Christival abtreiben", das jedoch kurz darauf wieder entfernt wurde.

Der Prediger und Kabarettist Torsten Hebel betonte in seiner Begrüßung, dass die Teilnehmer des Christival durch ihre Liebe ein Zeichen setzen könnten. Hebel zitierte Albert Einstein, der gesagt habe: "Der einzige Beweis für Liebe ist die Tat". Er fügte hinzu: "Ich habe für das Christival einen Wunsch: dass die Menschen in Bremen uns Christen als warme freundliche, sympathische Menschen kennenlernen, denen man anmerken kann, dass sie Taten der Liebe hinterlassen haben und dass sie am Ende sagen: das sind meine Leute!" (PRO)

Von: js

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