Olympiasieger Wecker wurde Christ – wie Medien "berichten"

B e r l i n (KEP) – Der Turn-Olympiasieger Andreas Wecker muss in diesen Tagen Kritik und zum Teil hämische Berichterstattung über sich ergehen lassen. Er sei in eine Sekte geraten, schreiben Zeitungen. Der ehemalige Weltklasseturner erzählte zuvor in einem Interview mit der Berliner Tageszeitung "B.Z." am Montag von seinem neuen Leben mit Gott.

Der 36-jährige Andreas Wecker war in der Evangelischen Nazarethgemeinde in Berlin-Wedding zum Glauben gekommen. Der "B.Z." sagte der ehemalige Spitzensportler, er habe seine errungenen fünf Olympia-Medaillen versteigert, um "sich vom alten Ballast zu trennen". Nach seinem Olympia-Sieg 1996 in Atlanta hatte er versucht, seine Laufbahn als Unternehmer fortzusetzen, jedoch ohne Erfolg. Die "B.Z." spricht dabei von Weckers "tiefem Fall" und sucht nach den Gründen für Weckers "Absturz": "Freunde und Bekannte glauben: Es ist die Nähe zu einer Sekte".

Die "Bild"-Zeitung griff die Geschichte am Dienstag auf und verzichtete auf den Sekten-Vorwurf. "Bild" schreibt von der Evangelischen Freikirche, der Wecker seit zwei Jahren angehört. Die Zeitung zitiert Wecker mit den Worten: "Ich fuhr auf der Autobahn und dachte: Jetzt rast du gegen einen Pfeiler, dann sind die Sorgen endlich weg. Mir schoss durch den Kopf: Lieber Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann komm zu mir." Weiter heißt es: "Und er kam. Wie durch Zufall erfuhr er am nächsten Tag von der evangelischen Freikirche, besuchte den Gottesdienst und wurde kürzlich Missionar."

Weckers Geschichte wird auch heute in weiteren Tageszeitungen und Online-Medien aufgegriffen – zum Teil mit großer Häme und Kritik. Die linksalternative Zeitung "taz" etwa  ernannte ihn am heutigen Mittwoch zur "Gurke des Tages". Auf den Bericht der "B.Z." reagierten neben "Bild" auch weitere überregionale Zeitungen wie die "Frankfurter Rundschau" und der "Merkur" sowie die Fernsehsender "RTL" und "N-TV".

Pastor Matutis: "Medien verstehen nicht seine Begeisterung für Gott"

Der Pastor der Nazarethgemeinde in Wedding, Johannis W. Matutis, der Andreas Wecker auf seinem Weg zum Glauben begleitet hat, sagte auf Anfrage: "Es ist schade. Die Boulevardpresse und unsere materialistische Gesellschaft verstehen Weckers Begeisterung für Gott nicht. Er braucht jetzt unsere Fürbitte."

Insbesondere die Unterstellung zahlreicher Medien, Andreas Wecker sei in die Hände einer Sekte geraten, bezeichnete Pastor Matutis als "völligen Unsinn". "Wir sind eine gewöhnliche evangelische Freikirche", so Matutis gegenüber "pro". Den Medienrummel um seinen Glauben und seine Lebenskrise verkraftet Andreas Wecker jedoch gut – wohl auch, weil er um die Unterstützung der Gemeinde weiß. "Andreas Wecker sieht die Kritik einigermaßen gelassen. Er steht weiterhin zu allem, was er sagt und tut", berichtet Pastor Matutis.

Von: Matthias Schultz

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