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Nach HR-Bericht über Frankfurter Imam: Der Druck wächst

Der Druck auf den Imam der Hazrat-Fatima-Moschee in Frankfurt-Hausen, Türkyilmaz, wächst. Der innenpolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Holger Bellino, forderte von dem Moschee-Verein eine Distanzierung von dessen Äußerungen. 
Von PRO

Foto: HR/defacto

"Sollten die Vorwürfe zutreffen und der Imam der Frankfurter Hazrat Fatima Zehra Moschee an einer anti-israelischen Demonstration teilgenommen haben und auf einer weiteren Demonstration als ‘Einpeitscher’ für die pro-iranische Hizbollah gewirkt haben, dann erwarten wir eine klare Distanzierung des Vereins von dem Gedankengut ihres Imams und auch personelle Konsequenzen", sagte Bellino am Mittwoch.

Insbesondere aufgrund der Beteiligung des Generalsekretärs der Gemeinde bei den Beratungen zur Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes forderte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Aufklärung. "Es kann nicht sein, dass der Generalsekretär dieser Moschee, Ünal Kaymakçi, am ‘Runden Tisch’ der Landesregierung beteiligt ist, bei dem es um die mögliche Einführung des islamischen Religionsunterrichts an den hessischen Schulen geht, und gleichzeitig antisemitisches und totalitäres Gedankengut in seiner Moschee billigt. Hier muss der Verein klar und sauber die Vorfälle aufarbeiten", so Bellino.

Der Hessische Rundfunk (HR) hatte am Sonntag in seiner Sendung "defacto" berichtet, Imam Türkyilmaz habe zwischen den Jahren 2001 und 2007 an Al-Quds-Demonstrationen in Berlin teilgenommen, auf denen anti-israelische Parolen wie "Tod, Tod Israel" gerufen wurden. In einer Szene ist laut den HR-Reportern Türkyilmaz zu sehen, als er in ein Megafon auf Arabisch "Wir gehören zur Gemeinschaft der Hizbollah!" ruft.

Gegenüber der "Frankfurter Rundschau" verteidigte sich der Imam unterdessen. "Wie könnte ich als gläubiger Moslem, der weiß, dass Islam, Christentum und Judentum die selben Wurzeln haben, gegen Juden wettern", sagte er der Zeitung. Dass er an den Kundgebungen in Berlin teilgenommen hat, hält Türkyilmaz zudem nicht für verwerflich. Es seien angemeldete Demonstrationen gewesen, er habe zudem nie ein Geheimnis aus seiner Teilnahme gemacht. "Es sind Protestaktionen gegen die Besetzung palästinensischer Gebiete durch Israel", zitiert ihn die "Rundschau". So habe der schiitische Geistliche den Aufruf zu den Demonstrationen verstanden.

Vorwürfe gegen den HR in Stellungnahme

Der Generalsekretär dieser Moschee, Ünal Kaymakci, wirft den Reportern des HR zudem vor, eine "Verleumdungskampagne" gestartet zu haben. Offenkundig werde versucht, "das wichtige Projekt des Islamischen Religionsunterrichts der hessischen Landesregierung zu torpedieren", sagte Kaymakci der "Frankfurter Rundschau". Tatsachen und Fakten über ihn seien durch Beiträge "bewusst und gezielt verdreht" worden, um so die Öffentlichkeit zu manipulieren.

In einer gemeinsamen Stellungnahme warfen Kaymakci und Türkyilmaz dem HR vor, "höchst manipulativ" berichtet zu haben. Bei der durch Aufnahmen dokumentierten Kundgebung aus dem August 2006 habe es sich nicht um eine Al-Quds-Demonstration, gehandelt, sondern um eine "kurzfristig anberaumte Demonstration gegen den damaligen völkerrechtswidrigen Krieg Israels im Sommer 2006 gegen Libanon". Es könne zudem einem "einfachen Teilnehmer an einer Demonstration nicht zur Last gelegt werden, wenn Mitdemonstranten bedenkliche Äußerungen tätigen". Auch sei Imam Türkyilmaz auf einer Demonstration im Jahr 2001 nicht als "Einpeitscher" am Megafon aufgetreten und habe sich auch nicht zur libanesischen Hizbollah bekannt. In dem vom HR gezeigten Video würden vielmehr "klassische schiitische Prozessionsrufe getätigt". Es gehöre auch zur schiitischen Klage- und Trauerkultur, "dass man sich wie in den Bildern gezeigt, dabei symbolisch als Zeichen des Leides auf die Brust schlägt". 

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