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Nach Attentat: Geistliche schreiben an US-Kongress

50 Führungspersonen christlicher, jüdischer und islamischer Organisationen in den USA haben sich in einem offenen Brief an den Kongress gewandt. Sie bekunden darin ihre Solidarität mit den Opfern des Attentats auf die Abgeordnete Gabrielle Giffords und wollen zum Nachdenken über das politische Klima anregen.
Von PRO

Foto: Bill Thayer / flickr

"Als christliche, jüdische und islamische Führer beten wir gemeinsam für alle Verletzten, auch für die Abgeordnete Gabrielle Giffords, die noch ums Überleben kämpft", heißt es in dem Schreiben, das am Donnerstag in der kongresseigenen Zeitung "Roll Call" veröffentlicht wurde. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören der texanische Pastor T. D. Jakes, Geoffrey Black von der "United Church of Christ", der Autor Jim Wallis, Nathan J. Diament von den Orthodoxen jüdischen Gemeinden Amerikas sowie der "Muslim Public Affairs Council".

Die Geistlichen zeigen sich in dem Schreiben besorgt über das raue politische Klima in den USA. Die Nation müsse nun "in sich gehen" und einen Dialog über das Geschehene führen. Nach dem Attentat auf die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, bei dem sie selbst schwer verletzt und sechs weitere Menschen getötet wurden, wurde über eine politische Motivation des Täters spekuliert. Zahlreiche Medien beschuldigten konservative Kommentatoren, durch ihre "Hetze" gegen die Demokratische Partei eine Mitschuld an der Gewalttat zu tragen. Für diese These liefern die Ermittlungen aber keine Belege. Beispielsweise sagte ein früherer Freund des Attentäters gegenüber ABC News, der Täter habe keine Fernsehnachrichten geschaut, keine politischen Radiosendungen verfolgt und sich insgesamt nicht für Politik interessiert.

Hoffnung auf Genesung der Verletzten

Gabrielle Giffords’ Gesundheitszustand hat sich indes leicht gebessert. Sie habe die Augen geöffnet, reagiere auf ihre Umwelt und könne vielleicht ab diesem Wochenende wieder selbstständig atmen, berichtet der Nachrichtensender CNN. Giffords liegt in einem Krankenhaus in ihrer Heimatstadt Tucson im amerikanischen Bundesstaat Arizona. Das jüngste der sechs Todesopfer, ein 9-jähriges Mädchen, wurde am Donnerstag beigesetzt.

Die Geistlichen danken in ihrem Schreiben den Kongressabgeordneten für die Arbeit, die sie täglich im Dienste des Volkes leisten. "In unseren Kirchen, Moscheen und Synagogen kommen wir nicht als Anhänger einer politischen Ideologie oder als Parteimitglieder zusammen, sondern als Kinder Gottes und Bürger, die dazu aufgerufen sind, unser Land besser zu machen", heißt es im letzten Absatz des Briefes. "Wir beten, dass Sie das selbe tun".

Diese Aufforderung dürfte im Kongress momentan auf fruchtbaren Boden fallen: Der demokratische Senator Mark Udall hat beantragt, kommende Woche bei der alljährlichen Rede zur Lage der Nation des Präsidenten die nach Fraktionen getrennte Sitzordnung aufzuheben. In schwierigen Zeiten rücken Abgeordnete beider Parteien zusammen. (pro)

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