Das christliche Medienmagazin

Muslimischer Junge muss schwimmen

Ein muslimischer Junge muss trotz strenger Glaubensvorschriften am Schwimmunterricht teilnehmen. Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Dienstag mitgeteilt. Die Eltern wollten verhindern, dass ihr 12-jähriger Sohn Mädchen in Badekleidung sehen muss.

Von PRO

Foto: .shock (fotolia)

Die Eltern hatten per Eilantrag durchsetzen wollen, dass ihr Sohn nicht am gemischten Schwimmunterricht der 7. Klasse teilnehmen muss. Die Eltern erklärten, während der Schwimmstunden sei ihr Sohn gezwungen, seine Badekleidung tragenden Mitschülerinnen anzusehen. Dies sei mit den islamischen Glaubensgrundsätzen der Familie nicht vereinbar.

Das Gericht sah es anders: Das Argument der Familie sei nicht nachvollziehbar. Schließlich sehe der Junge auch im gemeinsamen Sportunterricht leicht bekleidete Schülerinnen. Eine Teilnahme am Schwimmunterricht sei deshalb ebenfalls zumutbar. Der Schüler sei dadurch keinen größeren Konflikten ausgesetzt als im Alltag innerhalb und außerhalb der Schule, wo er ebenfalls Mädchen und Frauen begegne, die gelegentlich nur leicht bekleidet seien.

Die Schule sei aber verpflichtet, durch getrennte Umkleidemöglichkeiten und die Ausgestaltung des Schwimmunterrichts eine Beeinträchtigungen der Glaubensfreiheit zu vermeiden, räumte das Gericht ein. Gegen den Beschluss kann die Familie Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen.

Immer wieder versuchen strenggläubige Muslime vor Gericht gegen die Teilnahme ihrer Kinder am Schwimmunterricht vorzugehen – bisher ohne Erfolg. Erst im September hatte das Verwaltungsgericht in Kassel entschieden, dass ein muslimisches Mädchen ebenfalls an den Schwimmstunden teilnehmen muss. Die Richter argumentierten, dass das Tragen eines Burkinis im Unterricht möglich gewesen wäre. Das ist ein Ganzkörperbadeanzug, der den Bekleidungsvorschriften des Islam gerecht wird. (pro)

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen