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Muslime wollen Vertretung in Berlin

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, hat eine lobbyistische Vertretung islamischer Verbände in der Hauptstadt gefordert. Als Vorbild dienen die Kirchen.
Von PRO
Aiman Mazyek wünscht sich einen Vertreter für die Muslime in der Berliner Politik

Foto: pro/Lutz

Aiman Mazyek wünscht sich einen Vertreter für die Muslime in der Berliner Politik
Dem Berliner Tagesspiegel sagte Mazyek am Dienstag: „Eine ständige Vertretung am Sitz von Parlament und Regierung würde unseren Themen ein ganz anderes Gehör verschaffen und den Austausch, der aktuell über die Deutsche Islamkonferenz läuft, verstetigen.“ Die Kirchen verfügen im Gegensatz zu muslimischen Gruppierungen in Deutschland über solche Lobbyisten in Berlin. „Die Parlamente in Bund und Ländern unterstützen die Kirchen bewusst, weil sie auf deren Sachverstand und Urteil nicht verzichten wollen. Beim Islam sollte der Staat auch so denken“, sagte Mazyek dazu. Den Islamverbänden fehle es aber an Geld für eine solche offizielle Vertretung. Für die Evangelische Kirche in Deutschland ist Prälat Martin Dutzmann in Berlin tätig. Sein katholischer Kollege ist Prälat Karl Jüsten. Als Vertreter der Volkskirchen beraten sie die Abgeordneten des Deutschen Bundestages nicht nur bei politischen Themen, etwa derzeit bei der gesetzlichen Regelung zur Suizidbeihilfe. Sie sind auch als Geistliche tätig, engagieren sich als Seelsorger für die Politiker oder predigen zu offiziellen Anlässen. Geschaffen wurden die Stellen der sogenannten Bevollmächtigten nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Kirchen wollten damit eine Lehre aus der Geschichte ziehen und sich künftig verantwortungsvoll in die Politik einmischen.

Auch Freikirchen beeinflussen Politik

Offizielle Vertreter in Berlin gibt es aber auch auf freikirchlicher Seite. Für die Vereinigung Evangelischer Freikirchen ist der Baptist Peter Jörgensen am Sitz der Bundesregierung tätig. Die Deutsche Evangelische Allianz hat den ehemaligen Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake, entsendet. Anders als die Großkirchen verfügen diese beiden aber nicht über ganze Staabsstellen, die sich mit den unterschiedlichen politischen Themenfeldern auseinandersetzen. Auch offizielle Funktionen, etwa Andachtsdienste, übernehmen sie selten. Dennoch führen die Freikirchler und Evangelikalen ebenfalls intensive Gespräche mit Abgeordneten und bemühen sich darum, ihre christlichen Positionen in die Politik einfließen zu lassen. Wenn Ansprechpartner aufseiten jüdischer oder muslimischer Gemeinden gefragt sind, wendet sich die Politik bisher an die Vorsitzenden der jeweiligen Verbände. Im Falle der Muslime ist dies meist Aiman Mazyek, im Falle der Juden der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster. (pro)
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