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„Muslime müssen sich anpassen”

Volker Münz ist als kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag nun Mittler zwischen Religionsgemeinschaften und seiner Partei. Im pro-Interview übt er dennoch harte Kritik an den Kirchen und erklärt, der Islam sei unvereinbar mit hiesigen Werten.
Von PRO
Volker Münz ist nun kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag

Foto: Büro Münz

Volker Münz ist nun kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag

pro: Herr Münz, Sie betonen, dass es Ihnen ein besonderes Anliegen war, kirchenpolitischer Sprecher zu werden. Wieso?

Volker Münz: Für mich gehört das Christentum als Grundlage unserer Kultur in den Mittelpunkt. Das war ein Grund für mich, in die AfD einzutreten. Ich habe mit Sorge festgestellt, dass unsere Gesellschaft sich zu sehr auf Utopien einlässt und sich von ihren eigentlichen Werten wegbewegt, die den Zusammenhalt der Gesellschaft ausmachen.

Welche Utopien meinen Sie?

Ich meine etwa die Genderideologie, eine Anmaßung des Menschen, es besser wissen zu wollen als Gott. Der hat nämlich Mann und Frau geschaffen. Die Genderideologie hingegen behauptet, es gibt bis zu 60 Geschlechter, die der Mensch auch noch selbst wählen und verändern kann. Ich meine auch die Ideologie des Multikulturalismus, die behauptet, so etwas wie Nation oder Volk bräuchten wir nicht mehr. Solche Utopien werden scheitern, ebenso wie der Kommunismus gescheitert ist. Sie werden großes Leid über uns bringen.

Von Ihnen stammt das Zitat: „Wenn wir eine Million Menschen aufnehmen, ist das nur scheinbar christlich.” Haben die großen Kirchen also nicht richtig verstanden, was christlich bedeutet? Immerhin plädieren sie ausnahmslos gegen eine Obergrenze.

Aus meiner Sicht interpretieren die Kirchenvertreter die christliche Lehre falsch. Die fünfte These der Barmer Theologischen Erklärung bringt es auf den Punkt, dass der Staat die Aufgabe hat, für Recht und Frieden zu sorgen. Das Gebot der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit richtet sich an den einzelnen Menschen. Die Bibel sagt uns auch nicht, dass wir grenzenlos Menschen aufnehmen sollen. Die eigentliche Ungerechtigkeit besteht darin, diejenigen, die es hierher schaffen, aufzunehmen, die aber, die das nicht schaffen und im Elend ihrer Heimat zurückbleiben, zu vergessen. Wir geben doppelt so viel für Flüchtlinge wie für Entwicklungshilfe aus. Biblisch gesehen ist die Hilfe für den Fremden aus meiner Sicht keine staatliche, sondern eine persönliche Aufgabe jedes einzelnen Christen. Wir müssen das Problem der Wanderungsbewegung an den Ursachen angehen. Wir können das Elend der Welt nicht in Deutschland lösen.

Der Berliner Bischof Markus Dröge hat diesem Argument beim Kirchentag widersprochen, indem er sagte, die Barmer Theologische Erklärung verpflichte jeden Christen, Jesus Christus zum Maßstab seines Handelns zu machen. Wie wollen Sie eigentlich als Vermittler zwischen Ihrer Partei und der Kirche auftreten, wenn Sie jetzt schon so harte Kritik üben?

Ich verstehe mich als Brückenbauer. Ich möchte auch mit denen reden, die Kritik an meiner Partei üben. Leider wird die AfD immer in Schubladen einsortiert, ohne dass die Kritiker unser Grundsatzprogramm gelesen haben. Ich erlebe, dass sich die Menschen von mir abwenden.

Sie sind unter anderem im evangelischen Kirchengemeinderat und in der Bezirkssynode Ihres Kreises aktiv. Dort wurden Sie von einzelnen Gemeindegliedern öffentlich hart kritisiert. Manche forderten, Sie sollten Ihr Amt niederlegen, weil Ihr Parteiengagement nicht zur Kirche passe.

Ich werde mein Amt nicht abgeben. Manchen ist das ein Dorn im Auge. Einige wenige schneiden mich und grüßen mich nicht mehr. Sie bezeichnen sich als Christen, die gegen Ausgrenzung sind, tun aber genau das. Dazu fällt mir nichts mehr ein. Aber ich bekomme auch viel Zustimmung und zwar von viel mehr Menschen. Das bestätigt mich.

Die Kritik kommt aber nicht nur von außen: Die ehemalige Vorsitzende der Christen in der AfD, Anette Schultner, hat nach ihrem Austritt aus der Partei im pro-Interview gesagt, es werde immer schwieriger, als Christ noch in der AfD zu sein. Damit bezog sie sich auf zunehmende rechte Tendenzen in der Partei …

Ich kann ihre Position nicht nachvollziehen. Es stimmt nicht, dass kirchliche Positionen in der AfD keinen Platz mehr haben. Viele, aber nicht alle AfD-Mitglieder sind Christen. Aber uns alle eint, dass wir das Christentum als Grundlage unserer Kultur bewahren wollen. Frau Schultner widerspricht sich. Noch beim Kirchentag steht sie als Christin für die Partei ein und ein paar Monate später tut sie das Gegenteil. Ich sehe es so: Sie hat ein enges Verhältnis zu Frauke Petry und Markus Pretzell. Sie ist Petry einfach gefolgt und es macht mich traurig, dass sie da so unehrlich ist.

Frauke Petry hat ihren Austritt doch in ähnlicher Weise begründet wie Schultner. Die rechten Tendenzen würden zu stark …

Das dürfen Sie so nicht interpretieren. Frauke Petry hat viele persönliche Verletzungen erleiden müssen. Sie wollte Fraktionsvorsitzende werden und Parteivorsitzende bleiben und hat sich das mit ihrer Art verspielt. Bei ihrem Austritt spielt verletzte Eitelkeit eine Rolle. Die Gründe, die sie für ihren Austritt nennt, sind nicht ehrlich.

Sie haben den Islam in der Vergangenheit als problematisch bezeichnet. Als kirchenpolitischer Sprecher müssen Sie sich unter Umständen auch mit den Islamverbänden an einen Tisch setzen. Glauben Sie, Muslime sind nach einer solchen Aussage dazu bereit, mit Ihnen zu reden?

Ich möchte unterscheiden zwischen dem Islam und dem einzelnen Moslem. Der Islam als Religion und Ideologie ist nicht mit unseren Werten vereinbar. Ein Moslem, der unsere Werte akzeptiert und rechtstreu ist, kann selbstverständlich ein geschätztes Mitglied unserer Gesellschaft sein und deutscher Staatsbürger werden. Aber das setzt voraus, dass er sein Verhältnis zum Islam klärt. Ich unterstütze zum Beispiel Seyran Ates und ihre liberale Moschee in Berlin. Leider muss sie nun unter Polizeischutz leben. Es ist ein Trugschluss, wenn man sagt, alle Kulturen können friedlich miteinander leben. Muslime müssen sich uns anpassen.

Herr Münz, vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Anna Lutz.

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