Die Haare sind nicht echt: Um sein Privatleben zu schützen, trägt Mickie Krause eine Perücke. Sie gilt als ein Markenzeichen des Sängers
Die Haare sind nicht echt: Um sein Privatleben zu schützen, trägt Mickie Krause eine Perücke. Sie gilt als ein Markenzeichen des Sängers

Mickie Krause: „Leben baut auf Glauben auf“

Am Ballermann auf Mallorca singt der Schlagersänger Mickie Krause für deutsche Touristen Lieder wie „Schatzi, schenk mir ein Foto“, aber auch das Kirchenlied „Laudato si“. Als Jugendlicher war er Gruppenleiter bei den Pfadfindern. Der Glaube an Gott ist für ihn „das A und O“.

pro: Sie waren Gruppenleiter bei der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Was haben Sie dabei gelernt, was Ihnen heute noch hilft?

Mickie Krause: Ich habe auf jeden Fall gelernt, nicht nur für mich, sondern auch für andere Leute Verantwortung zu übernehmen. Ich war damals 16 Jahre und habe mit einem Kumpel zusammen die Leitung für eine Gruppe von Jungs und Mädels im Alter von acht, neun Jahren übernommen. Ich habe natürlich auch gelernt, jede Menge Spaß zu haben.

Wie zum Beispiel?

Wir sind einmal im Jahr ins Ferienlager gefahren. Da galt ich als der große Alleinunterhalter. Ich habe dafür gesorgt, dass das Lager auch von der Stimmung her gut ist. Am Lagerfeuer habe ich die Gitarre in die Hand genommen und mit den Leuten gesungen. Ich habe aber auch Spiele organisiert. Das Tagesprogramm vorzubereiten und durchzuführen, das sind alles meine Aufgaben gewesen.

Sie haben das Lied „Laudato si“ („Gelobt seist du“) ein wenig umgeschrieben, den Refrain gleich gelassen. Ein Kirchenlied für den Ballermann – wie passt das zusammen?

Ich hatte nicht den Eindruck, dass es nicht zusammenpasst. Es hat sich auch niemand darüber beschwert. Das ist wirklich ein tolles Lied und ein Kirchenlied ist bestenfalls auch ein Stimmungslied. Warum sollte ein Kirchenlied nicht auch auf Mallorca oder auf einer Party gesungen werden? Ich glaube, die Kirche hat nicht den Anspruch für sich, dass diese Art der Musik nur in der Kirche stattfinden darf.

In einem Interview mit dem „Schlagerportal“ haben Sie gesagt: „Der Glaube ist das A und O in meinem Leben. Ohne Glaube ist für mich das Leben nicht lebenswert. Der Glaube gibt dem Leben erst einen Sinn.“ Was steckt dahinter?

Das habe ich gesagt, weil sich meiner Meinung nach das Leben auf dem Glauben aufbaut. Das Leben muss lebenswert sein. Wir versuchen, uns an irgendeinem Glauben festzuhalten, um möglichst entspannt durch das Leben zu kommen. Deshalb ist Glaube für mich das A und O. Ich denke auch, dass Gemeinschaft wie in der Kirche wichtig ist fürs Leben.

Woran glauben Sie?

Ganz banal gesagt, glaube ich natürlich an Gott. Woran sollte ich sonst glauben?

Wer ist Jesus für Sie?

Jesus ist der Mann, den wir so kennen, wie er uns seit 2.000 Jahren vermittelt wird.

Für Christen ist Jesus Gottes Sohn.

Ja, das sehe ich auch so.

„Zeig doch mal die Möpse“, „Zehn nackte Frisösen“, „Biste braun, kriegste Fraun“ – Kritiker nennen Ihre Texte anzüglich, gar sexistisch. Wie sehen Sie selbst Ihre Texte?

Was Kritiker sagen, ist mir letztendlich egal. Wir wollen mit niemandem Stress und nicht polarisieren, heute zumindest nicht mehr. Bei Ballermann- und Party-Musik brauchen Künstler für den Erfolg einen wirklich witzigen Text, und oft geht der eben über die leicht sexistische Schiene.

Geht Ihre Frau mit Ihren Liedern konform?

Absolut. Ich ernähre meine Familie mit der Musik. Von daher ist ein Grundinteresse schon vorhanden.

Was sagen Ihre drei Töchter zu Ihren Liedern?

Meine Kinder interessieren sich gar nicht so sehr für meine Musik. Vor zwei, drei Jahren habe ich ihnen das neue Album in die Hand gedrückt. Da lief dann auch meine Musik im Kinderzimmer. Aber heute ist das nicht mehr der Fall, weil meine Kinder den Sänger Cro für sich entdeckt haben. Wenn sie aus der Schule kommen, erzählen sie, dass meine Musik schon mal in der Schule lief. Das finden die dann schon ganz cool.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Schubert.

Von: ms

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