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Müntefering: „Das Sterben auch zulassen“

In Würde leben und sterben – darum ging es bei einer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag in Leipzig. Auch der frühere Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) war dabei und lobte die Hospizbewegung. Er war 2007 von seinen politischen Ämtern zurückgetreten, um seine krebskranke Frau zu pflegen.
Von PRO
Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) lobte auf dem Katholikentag die Hospiz- und Palliativbewegung (Pressefoto)

Foto: franz-muentefering.de

Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) lobte auf dem Katholikentag die Hospiz- und Palliativbewegung (Pressefoto)
Der ehemalige SPD-Vizekanzler Franz Müntefering hatte sich 2007 bewusst dafür entschieden, seine politischen Ämter abzugeben, um seine schwerkranke Frau beim Sterben zu begleiten. „Der Anspruch, in Würde zu leben, umfasst das gesamte Leben und nicht erst die letzte Phase“, machte der Politiker bei einer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag in Leipzig deutlich. Helfen und sich helfen zu lassen sei menschlich. „Alt werden ist anders als jung sein, aber es hat auch seinen Charme“, sagte Müntefering. Er plädierte dafür, im Alter möglichst viel zu laufen, zu lernen und zu lachen. Alt zu sein bedeute Einsamkeit, alleine sein und nicht mehr gebraucht zu werden. Müntefering wünschte sich bei allen Veränderungen des Sterbeprozesses, dass man das Sterben auch zulasse. Die Hospiz- und Palliativbewegung habe dafür gesorgt, sich wieder mehr auf den „Menschen zu konzentrieren, dass er dieses Stück seines Lebens auch noch bewältigen kann“.

In der letzten Lebensphase Sinn vermitteln

Gloria Behrens, Oberärztin der Palliativstation im Bürgerhospital Friedberg, berichtete von vielen jungen Menschen, die sie in ihrer Einrichtung auf ihrem letzten Weg begleite. Sie warb darum, das Leben nicht zu früh wegzuwerfen. „Auch in Krankheiten gibt es viele frohe und schöne Momente.“ Behrens mahnte an, bei allem nicht den Blick für die Angehörigen aus dem Blick zu verlieren. „Zu Hause sterben ist nicht immer das Beste.“ Der Medizinethiker Thomas Heinemann wünschte sich, dass keine künstlichen Zäsuren zwischen Lebens- und Sterbensphase gesetzt würden. Aus der Bibel leite sich nicht nur eine Verantwortung dem Schöpfer, sondern auch dem Mitmenschen gegenüber ab. Nicht gelten lassen wollte Heinemann, dass die Bewältigung einer solchen Situation unvernünftig sei, weil es ja Alternativen gebe. „Die Gesellschaft muss wieder darauf hinwirken, dass auch in der letzten Phase des Lebens Sinn vermittelt wird.“ Hier sehe er eine wichtige Aufgabe für die Kirchen. (pro)
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