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Mose statt Disney

Die biblische Geschichte von Mose, dem Auszug aus Ägypten und die Zehn Gebote kommt am Donnerstag (18. Februar) als Zeichentrick in die Kinos. Technisch reicht der Animationsfilm vielleicht nicht an Disney und Co. heran, er kann aber trotzdem begeistern, vor allem Kinder.
Von PRO

Foto: Farbfilm Verleih

Die Sehgewohnheiten heutiger Kinobesucher erwarten von Animationsfilmen mittlerweile eine Qualität, die sich mit der von Filmen aus dem Hause Pixar messen lassen können muss. Die Machart des Animationsfilmes "Die Zehn Gebote" – Start in den Kinos: 18. Februar – wirkt da vielleicht etwas antiquiert. Die Geschichte, die er erzählt, ist jedoch aktuell wie eh und je. Die Evangelische Kirche in Deutschland freut sich über einen Spielfilm, der heutigen Familien die Geschichte um Mose, Wunder und Gottvertrauen näherbringt.

Es ist eine der faszinierendsten Geschichten der Bibel, seit jeher bot sie Stoff für epochale Kinospielfilme. Der Film mit dem vollständigen deutschen Titel "Die Zehn Gebote – Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln" lief bereits im Oktober 2007 in den USA an. Namhafte Schauspieler versammelten sich hinter dem Mikrofon, um die Stimmen einzusprechen, darunter Ben Kingsley und Christian Slater. Der Regisseur Bill Boyce arbeitet bereits an einem weiteren Animationsfilm mit biblischem Thema, nämlich über die Arche Noahs, und wieder konnte er bekannte amerikanische Schauspieler für das Projekt gewinnen.

Der 85-minütige auf Deutsch synchronisierte Film kann ebenfalls mit Prominenz und schönen Stimmen aufwarten. Otto Sander ist der Erzähler, Ben Becker spricht Mose, Sky du Mont Gott, Sascha Hehn übernahm die Stimme Aarons, und Judy Winter die der Miriam, der Schwes-ter Moses.

Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland unterstützt den Film tatkräftig. Auch die Vorsitzende des EKD-Rates, Bischöfin Margot Käßmann, wirbt für den Film. Der Leiter des Referats für Medien und Publizistik bei der EKD, Udo Hahn (Hannover), lobt den Film als gute Gelegenheit für eine neue Annäherung an die Person Mose und an seine Bedeutung für Gläubige. "Glaubensüberzeugungen fallen nicht vom Himmel – es braucht dazu einen Anstoß, es braucht Menschen als Vorbilder und vieles andere mehr", sagte Hahn. "Ich verstehe diesen Animationsfilm als einen Beitrag zu diesem Prozess der Glaubens- und Wertevermittlung."

Der Film, der von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft für Kinder ab 6 Jahren empfohlen wird, sei "ein Impuls zur Information – gerade auch für viele der Religion fernstehende Kinder und Familien", so Udo Hahn. Auf mehreren Veranstaltungen will die EKD ihre Unterstützung für den Film bekräftigen. So wird Käßmann am 21. Februar in Hannover für den Film werben, ebenso wie Landesbischof Johannes Friedrich am 6. März in München und Landesbischof Frank Otfried July am 17. April in Stuttgart.

Die Geschichte zählt

Beim Ansehen wird schnell klar: an die Optik von Animationsblockbustern aus den Häusern Pixar (von Disney aufgekauft) oder Dreamworks oder gar an den Kassenschlager "Avatar" reicht die Produktion nicht heran. Kritiker zogen Vergleiche zum vielgelobten "Der Prinz von Ägypten" aus dem Jahre 1998, der ebenfalls von Mose handelt und in der Kategorie Beste Filmmusik damals einen Oscar gewann. Allein visuell hat dieser zehn Jahre ältere Film mehr zu bieten, die Messlatte hing also hoch. Die Figuren wirken in der Tat etwas künstlich, ihre Bewegungen erscheinen als das, was sie sind: computeranimiert. Und doch beweist die Filmgeschichte: Auch Zeichentrickfilme mit weniger naturgetreuer Darstellung können fesselnd sein, insofern sie eine gute Geschichte erzählen. Und Stoff dafür bieten die fünf Bücher Mose allemal.

Vieles im Film ist dennoch schön anzuschauen, und wie bei jedem Zeichentrick gewöhnt sich das Auge irgendwann an die Darstellung, das Gehirn macht auch aus hölzern wirkenden Figuren irgendwann lebendige Charakteren. Die Zehn Plagen oder auch die Feuer- und die Wolkensäule Gottes in der Wüste sind gut umgesetzt. Gelungen ist auch, wie Gott um Mitternacht durch die Straßen geht und alle Erstgeburten der Ägypter tötet und nur die Israeliten verschont, die ihre Eingänge mit dem Blut von Opferlämmern markiert haben.

Die Botschaft der Geschichte kommt rüber: etwa wenn Mose beim Auszug seines Volkes aus Ägypten sagt: "Am heutigen Tag wurden durch Gottes Hand die Ketten der Sklaverei zerbrochen." Eine Botschaft, die später in Jesus alle Menschen betreffen sollte, nicht nur die Israeliten vor 3.000 Jahren. Die Geschichte um Mose, dem widerspenstigen Pharao und dem undankbaren Volk Israel, das statt auf den lebendigen Gott lieber auf ein selbstgemachtes Stierbild vertraut, sagt auch dem heutigen Menschen etwas. Obwohl Gott sein Wort hält und eine Zusage macht, sich weiter um uns zu kümmern, zweifeln wir und meinen, uns auf irdische Dinge besser verlassen zu können.

Didaktische DVD für Schüler


Die Filmemacher haben sich kleine "Freiheiten" bei der Interpretation der biblischen Geschichte genommen. So stirbt im Film der ägyptische Sklavenaufseher eher aus Versehen, als Mose sich mit ihm herumschlägt. Ein Messer blitzt auf, und schon ist der Ägypter getroffen, Mose bereut den Unfall. Dabei sagt uns die Bibel, dass sich Mose, als er sah, wie der Ägypter einen Israeliten misshandelte, nach allen Seiten umsah und den Aufseher hinterrücks erschlug und anschließend im Sand verscharrte. Und wenn die Israeliten vor dem Roten Meer stehen und Gott Feuerblitze auf die ägyptische Armee niederschleudert, ist das wohl eher der Fantasie des Zeichners entsprungen als der biblischen Vorlage. Zudem zwingen die Israeliten Aaron im Film dazu, aus ihrem Gold ein Stierbild zu fertigen; in der Bibel steht davon nichts, Aaron goss das Standbild demnach vielmehr aus freien Stücken.

Dennoch: Der Film "Die Zehn Gebote" vermittelt Kindern die eindrucksvolle Geschichte, in der es um die Frage geht, ob wir Gott vertrauen wollen. Die deutsche Promotionfirma macht zu Recht darauf aufmerksam: "Die Zehn Gebote bilden die Basis unserer gesellschaftlichen Normen und Werte." Und somit rücke er die "aktuell wieder rege diskutierte Frage nach den Werten unserer Zeit" in den Mittelpunkt. Um diesen Effekt zu bestärken, gibt die EKD-Medienvertriebsgesellschaft "Matthias Film" zeitgleich zum Filmstart eine didaktische DVD heraus, mit der im Unterricht das Thema "Zehn Gebote" bearbeitet werden kann. Sie enthält elf zentrale Filmszenen, Infoblätter, Rätsel und Statements der prominenten Synchronsprecher. Ob wir Gott vertrauen oder nicht, betrifft nicht nur Mose und die Israeliten in der Wüste. Ein Film wie "Die Zehn Gebote" ist, auch wenn seine Technik nicht den Atem stocken lässt, wertvoll durch eine gute Geschichte. (pro)
http://www.diezehngebote-derfilm.de
http://www.matthias-film.de/start.php?section=die_zehn_gebote
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