„Monitor“ und „Sportschau“ kritisieren Nmechas Glaubens–Netzwerk

Deutschland ist längst aus der WM ausgeschieden, doch immer noch arbeiten sich Medien an Felix Nmecha ab. „Monitor“ und die „Sportschau“ kritisieren das christliche Netzwerk hinter dem Fußballer.
Von Christian Biefel
Monitor und Sportschau kritisieren Nmechas Glaubensbekenntnis

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehformate „Monitor“(WDR) und „Sportschau“(ARD) haben vergangene Woche in einem gemeinsamen Videobeitrag den Fußballnationalspieler Felix Nmecha kritisiert. Der Grund des Anstoßes war diesmal das Netzwerk hinter dem Fußballprofi. Laut dem Videobeitrag stehe hinter Nmechas Bekenntnissen zum christlichen Glauben ein Netzwerk, das ein radikal-fundamentalistisches Weltbild vertrete. Das zeige sich unter anderem in homophoben Verhaltensweisen. Vor allem die christliche Organisation „Ballers in God“ kritisiert der Beitrag.

Torjubel für Jesus

Nmecha hatte zuvor während der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft mit Gebetsgemeinschaften auf dem Platz für Schlagzeilen gesorgt. Auch sein Torjubel im ersten Länderspiel der deutschen Nationalelf ging durch die Medien. Dort kniete sich Nmecha nach seinem Tor hin, setzte eine imaginäre Krone ab und deutete anschließend in den Himmel. In den sozialen Medien widmete er den Torjubel Jesus Christus.

Laut „Monitor“ und „Sportschau“ steht hinter der Jubelgeste die Kampagne „The King‘s Return“ der christlichen Organisation „Ballers in God“. Eine Kampagne, die das Evangelium von Jesus Christus bekannt machen möchte.

Eine Marketingstrategie?

Der katholische Theologe Wolfgang Palaver sieht dahinter eine Marketingstrategie. „Nach der Einsicht von Jesus ist das problematisch“, sagt er gegenüber einem Interviewer aus dem Rechercheteam. Palaver begründet seine Meinung mit der Bergpredigt. Dort kritisiert Jesus ein solches Verhalten, indem er das „Zur-Schau-Stellen der Religion“ verurteilt.

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Die Website von „The King‘s Return“ bietet auch eine Chatfunktion an. Dort kann der Besucher sich mit seinen Fragen an echte Menschen wenden. In stundenlangen Chatverläufen, verteilt auf mehrere Wochen, versuchten „Monitor“ und „Sportschau“, sich ein Bild über das religiöse Weltbild der Organisation zu machen.

Unter anderem erhielten sie Antworten, die die Abtreibung als satanisch darstellten oder Homosexualität als Sünde deklarierten. Palaver bezeichnet das als radikales Weltbild. Hinter der angebotenen Chatfunktion steht das Missionswerk „Groundwire Ministries“. Auch sie haben laut ihrer Website das Ziel, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen.

Abschließend schlussfolgert der Beitrag: „Bei diesem Weltbild endet man, folgt man dem Torjubel von Nmecha.“ Der Nationalspieler und der DFB reagierten nicht auf den Beitrag.

Antichristliche „Hetze“

Zudem kritisierte der Beitrag einen Social–Media–Post des 25–Jährigen aus dem Jahr 2023. Darin wurde PRIDE (deutsch: Stolz) als teuflisch und GRACE (Gnade) als göttlich dargestellt. Nmecha postete das während des „Pride–Month“, eines Monat, in dem die LGBTQ–Community auf sich aufmerksam macht. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und WDR interpretierten dies als möglichen Akt der Diskriminierung. Der Bericht stößt allerdings nicht nur auf Gegenliebe. Zahlreiche Kommentatoren auf YouTube sehen darin eine unfaire Berichterstattung und eine bewusste antichristliche „Hetze“.

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