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Mohammed-Karikaturen sorgen für neuen Streit

Ein Buch sorgt für neuen Wirbel um die dänischen Karikaturen des Propheten Mohammed aus dem Jahr 2005. Das Werk soll die Aufstände, bei denen 2006 mindestens 200 Menschen ums Leben kamen, neu beleuchten. Doch der Verlag der amerikanischen Yale Universität verbot der Autorin, Bilder Mohammeds abzudrucken.

Von PRO

Foto: Jyllands Posten


Es gab wohl nichts, was der Politikwissenschafterin Jytte Klausen ferner gelegen hat, als mit ihrem Buch neue Proteste um Abbildungen des muslimischen Propheten Mohammed auszulösen. Dennoch ist schon jetzt eine Debatte um das Für und Wieder des Wiederabdrucks der Mohammed-Karikaturen und anderer Zeichnungen des muslimischen Propheten entbrannt. "The Cartoons that shook the world" (Die Karikaturen, die die Welt erschütterten), so der Titel des im November erscheinenden Buches, soll aufzeigen, wie es zu den Protesten und Ausschreitungen im Jahr 2006 kommen konnte. Damals hatte "Jyllands Posten" zwölf Karikaturen abgedruckt, eine zeigt Mohammed etwa mit einer Bombe auf dem Kopf. Daraufhin hatten Muslime auf der ganzen Welt protestiert. Die Zeitung sowie der Karikaturist erhielten Morddrohungen. Einige arabische Länder hatten ihre Botschafter aus Dänemark abgezogen.

Yale fürchtet um Sicherheit und Ruf

Offenbar will der Verlag "Yale University Press", der zur gleichnamigen renommierten amerikanischen Universität gehört, ein Wiederaufleben der Proteste um jeden Preis vermeiden.  Die Verantwortlichen verboten den Abdruck der Karikaturen und weiterer Bilder Mohammeds, etwa einer Zeichnung für ein Kinderbuch und Abbildern aus früheren Jahrhunderten, wie die Zeitung "New York Times" berichtet. Im Vorfeld hatte der Verlag zwei Dutzend Experten zum Sachverhalt befragt. Sie hatten sich gegen die Veröffentlichung der Bilder ausgesprochen. Zudem musste sich die Autorin dazu verpflichten, die Namen der 24 Experten geheim zu halten. Der Verlag begründet die Verweigerung damit, dass er die Mitarbeiter und das Ansehen der Universität als internationale Forschungsstätte schützen müsse. Zudem seien die Bilder etwa via Internet öffentlich zugänglich und es bestehe somit kein zwingender Grund zum Abdruck, wie es in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" heißt.

In der amerikanischen Öffentlichkeit wird die Entscheidung kritisiert. So zitiert "Spiegel Online" einen Blogger: "Jetzt stehen in Büchern also keine Inhalte mehr, die öffentlich im Internet zugänglich sind? Zeit, dass die Verlage dicht machen." Die Autorin selbst zeigte sich schockiert über die Verlagsvorgabe: "Die Menschen denken, sie wissen alles über die Karikaturen, aber nur wenige verstehen den Humor in einigen von ihnen, die Referenzen zu spezifischen dänischen Ereignissen und so weiter. Wenige Menschen nehmen wahr, dass einige der Karikaturen Muslime als Opfer der Herausgeber zeigen, und Witze über die Herausgeber machen. Andere sind rassistische Darstellungen in der Tradition des europäischen Antisemitismus. Deshalb ist es wichtig, sie abzudrucken", zitiert "Spiegel Online".

"Feige, dumm und unnötig"

Kritik an dem Vorgehen der Universität kam laut "New York Times" auch von dem amerikanischen Autor und Religionswissenschaftler Reza Aslan, der sich in der Vergangenheit ebenfalls in dem Buch "Kein Gott außer Gott" mit der Entwicklung des Islam und dem Karikaturenstreit auseinandergesetzt hatte und die Mohammedbilder abdrucken ließ: Die Kontroverse um die Karikaturen sei mittlerweile verstummt. In den USA sei es nicht zu gewalttätigen Ausschreitungen wegen des Karikaturenabdrucks gekommen. "Die Menschen waren verärgert und welches Verlagshaus veröffentlicht nicht Dinge, die manche Menschen verärgern?" Zudem sei Klausens Buch ein akademisches Buch für ein akademisches Publikum und werde wohl keinen "globalen Entsetzensschrei" auslösen. Das Vorgehen von "Yale University Press" bezeichnete er als "eine Feigheit, dumm und unnötig". (PRO)     
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