Modemarke des gläubigen Unternehmers Adenauer insolvent

Die Modemarke „Adenauer & Co.“ des gläubigen Modeschöpfers Andreas Adenauer hat Insolvenz angemeldet. Der Unternehmer spricht von einem Betrug an einem Firmenstandort in der Türkei.
Von Jörn Schumacher
Die Läden der Modekette „Adenauer & Co“ sehen innen aus wie kleine Strandhäuser. „Das Meer gehört zur DNA unserer Firma“, sagt der Gründer Andreas Adenauer, Enkel des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer

Die Modekette „Adenauer & Co.“ ist zahlungsunfähig und überschuldet. Das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa) unter Berufung auf das Portal „Insolvenzbekanntmachungen“. Die über 40 Filialen müssen schließen. Am Amtsgericht Düsseldorf sei ein entsprechendes Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet worden. Insgesamt sind fünf solcher Verfahren veröffentlicht, darunter über die Adenauer Holding GmbH.

Das Unternehmen von Andreas Adenauer, Enkel des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer, verkaufte Freizeitkleidung wie Kapuzenpullis, T-Shirts und Blusen, die an die Thematik Meer angelehnt war. Nach eigenen Angaben hatte es zuletzt mehr als 45 Filialen, die wie Strandhäuser gestaltet waren, in Deutschland, Österreich und Spanien. Häufig sind sie in beliebten Badeorten, etwa auf den Inseln Föhr, Fehmarn und Juist, zu finden. Mehr als 200 Beschäftigte sorgten für einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro, wie Adenauer der „Wirtschaftswoche“ sagte.

Dem Bericht zufolge spricht der Gründer auch von Betrug an einem Standort in der Türkei. „Es wurden Gelder veruntreut“, sagte er der „Wirtschaftswoche“. Er sei mit gefälschten Zahlen hinters Licht geführt worden. „Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem“, so Adenauer.

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Die Mode der Marke sollte ein Gefühl wiedergeben, das an ein paar Tage im Strandhaus erinnern soll. Immer wieder tauchen in der Linie Sweatshirts und Pullover auf, auf denen Botschaften wie „Du bist geliebt“ oder „Sieh, wie schön du gemacht bist“ stehen. Das hat einen Grund: Der Schöpfer Adenauer ist gläubiger Christ.

Wurde in den USA Christ

Über 30 Jahre lang war Adenauer erfolgreich in der Textilbranche tätig. Am Anfang hatte er seine eigene Mode aus einem Golf I heraus und dann in einem eigenen Laden in der Eifel verkauft, berichtete er in einem Interview gegenüber PRO.

Daraus wurden mehrere Läden, und so kam er in die Produktentwicklung und das Management größerer Textilfirmen. Sieben Jahre war er Trendscout für große Modemarken wie Zara und H&M, durfte dann für Esprit die Linie EDC für junge Mode ins Leben rufen. Daraus wurde eine Firma mit einer Milliarde Euro Umsatz, für die er die globale Verantwortung trug. Später war Adenauer verantwortlich für die Hauptlinie von Esprits Damenmode mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro.

Danach war der Modeexperte mit dem berühmten Nachnamen zwei Jahre weltweiter Geschäftsführer bei der Surfmarke O’Neill aus Kalifornien. Bei letzterer lernte er die Surfer-Kultur näher kennen. Adenauer bezeugte offen seinen Glauben an Jesus, zu dem er in seiner Zeit in den USA kam. Seine Mitarbeiter lud er einmal in der Woche zu einem Gebetstreffen ein.

Wie es mit den Modehäusern nun weitergeht, ist unklar. Die Sanierungsmaßnahmen sollen im Oktober abgeschlossen sein, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Es sollen bereits mehrere Investorengruppen Interesse an einem Einstieg bei Adenauer & Co. gezeigt haben.

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