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„Mitnichten tritt Islamismus nur militant auf“

Islamverbände in Deutschland sollten besser überprüft werden. Das fordert die Autorin Sineb El Masrar in einem Essay in der Zeitung Die Welt. Islamismus sei nicht zwangsläufig gewalttätig.
Von PRO
Islamismus bedeutet nicht nur Gewaltausübung, sondern auch eine innere Einstellung

Foto: Oleg Zabielin, fotolia

Islamismus bedeutet nicht nur Gewaltausübung, sondern auch eine innere Einstellung

Islamismus hat unterschiedliche Facetten, schreibt die deutsche Autorin und Journalistin Sineb El Masrar in ihrem Beitrag „Nebelkerzen #1–6“ in der Samstagsausgabe der Zeitung Die Welt. „Mitnichten tritt Islamismus nur militant auf”, heißt es darin. Deutschland brauche endlich „eine Roadmap gegen all die Mythen über den Islam und den Islamismus“. Es bedürfe einer genaueren Überprüfung der in Deutschland agierenden Islamverbände.

Als Beispiele führt die Autorin mit marokkanischen Wurzeln, die vor elf Jahren die multikulturelle Frauenzeitschrift Gazelle gründete, die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) an. Der Verfassungsschutz bestätige, dass die IGD die wichtigste und zentrale Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft in Deutschland ist. Gleichzeitig ist sie Gründungsmitglied im Zentralrat der Muslime. Auch die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) nimmt unter dem Dach des Islamrates an der Deutschen Islamkonferenz der Bundesregierung teil – obwohl der Verfassungsschutz zu der Überzeugung kommt, dass die IGMG ein antidemokratisches Staatsverständnis zeige. Die Gemeinschaft steht seit Jahren unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. El Masrar schreibt, dass sich einige IGMG-Miglieder und -Funktionäre in der Interessensvertretung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan finden, der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD).

Kirche, Politik und Medien hofieren reaktionäre Kräfte

Die Autorin bezeichnet es als einen Skandal und gleichzeitig mache es sie traurig, dass „Kirchen, Ministerien und Medien […] allen Ernstes [glauben], gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit vorzugehen, wenn sie reaktionäre Kräfte hofieren und ihnen unkritisch eine Plattform bieten“. Auch sieht sie die Verbände in der Pflicht, „die islamistischen Strömungen und Akteure“ zu benennen. Sich nur vom Islamischen Staat zu distanzieren, sei „eine billige Aktion“.

El Masrar empfindet dies als „Selbstbetrug wider Willen“ und bedauere „zutiefst diese Zaghaftigkeit, die aus der großen Idee der Toleranz eine Wischi-Waschi-Veranstaltung gemacht hat“. Die Wehrhaftigkeit der Demokratie müsse sich an so vielen Punkten beweisen. Dies solle auch bei „all den Schummelverbänden“ passieren. Islamismus sei „eine Ideologie, die die Religion des Islam für politische und wirtschaftliche Zwecke missbraucht und ein friedliches Zusammenleben behindert“ – wie auch der Rassismus.

Lob für Merkels Unterscheidung zwischen Islam und islamistisch

In ihrem Essay lobt die Autorin auch Merkels Worte gegenüber Erdogan während des Türkeibesuchs Anfang Februar. Der türkische Präsident verwahrte sich gegen den Begriff des „islamistischen Terrors“: „Das betrübt uns Muslime. Ein solcher Begriff sollte nicht verwendet werden. Islam und Terror kann nicht zusammengebracht werden. Islam bedeutet Frieden.“ Merkel benannte hingegen die sprachliche Unterscheidung zwischen Islam und islamistisch. (pro)

Von: mab

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