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“Mit verwundeten Herzen fröhlich feiern”

Anne und Nikolaus Schneider haben ein Buch zur Weihnacht verfasst. In "Hoffnungslicht in kalter Nacht" lassen der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und seine Gattin einen Blick in ihre Herzen zu. Am Montag stellten sie ihr Werk in Berlin vor – gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Von PRO

Foto: Kreuz-Verlag

Der Weihnachtsbaum im Hause Schneider muss bis an die Zimmerdecke reichen. Und er muss echte Kerzen tragen. Das hat sich das Paar vor Jahrzehnten versprochen, als es sein erstes gemeinsames Christfest mit einem viel zu klein geratenen Bäumchen feierte. Heute leben Schneiders mit einer Wohnzimmerhöhe von vier Metern. Doch ihr Versprechen haben sie nicht gebrochen. Ihr Baum reicht jährlich vom Boden bis zur Decke.

Es sind Weihnachtstraditionen wie diese, die Anne und Nikolaus Schneider in ihrem Buch "Hoffnungslicht in kalter Nacht" mit dem Leser teilen. Der Weihnachtsbaum nimmt im Hause Schneider einen besonderen Platz ein – nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch, weil jedes Jahr ein Ast fehlt. Es ist eine Tradition der Bonhoeffers, die die Familie Schneider übernommen hat. Jedes Jahr zur Weihnacht sägen sie einen geschmückten Ast des Baumes ab, ein wichtiger und großer muss es sein, und bringen ihn zum Grab ihrer 2005 an Leukämie gestorbenen Tochter Meike. Die Lücke im Baum soll die Lücke in ihrem Leben zeigen, die sich nicht verleugnen lässt, seit das jüngste ihrer drei Kinder von ihnen gegangen ist. Doch: "Auch mit verwundeten Herzen können wir fröhlich Weihnachten feiern", schreibt Anne Schneider.

"Es steckt jede Menge Ostern in Weihnachten"

Am Montag las sie diese Zeilen auch bei der Buchvorstellung in Berlin vor. Im Haus der EKD, gleich neben dem Gendarmenmarkt, wo der Weihnachtsmarkt gerade seine Tore geöffnet hatte, zeigte sie den Zuhörern so, was Hermann Gröhe "das Hoffnungslicht in dunkler Nacht, das jeder von uns braucht", nannte. Auch Schmerz kann zur Weihnachtsstimmung gehören.

"Hoffnungslicht in kalter Nacht" gibt einen Einblick in das Leben der Familie Schneider. Doch es zeigt nicht nur ihre Weihnachtsbräuche. Es ist auch ein Dialog-Buch, und zwar eines, in dem laut gestritten wird – über die Jungfrauengeburt, den Umgang mit den Armen und die Menschwerdung Gottes. So schreibt Nikolaus Schneider in einer Passage des Buchs, es sei für seinen Glauben zweitrangig, ob Maria bei der Geburt Jesu eine "Jungfrau" oder eine "junge Frau" gewesen sei. "Ich kann auch sehr gut – eigentlich sogar besser – mit der Glaubensvorstellung einer göttlichen Adoption bei der Taufe Jesu leben." Anne Schneider antwortet: "Aber wenn du die Jungfrauengeburt kippst, dann musst du doch die ganze Weihnachtsgeschichte kippen!" Wer das nicht glauben könne, könne den Glauben gleich ganz sein lassen, heißt es weiter.

"Hier schenkt keiner dem anderen etwas", kommentierte Gröhe bei der Buchvorstellung die Streitkultur im Hause Schneider. Für ihn sei das Buch des Ehepaares deshalb auch ein Sinnbild für das Leben und die Glaubensbildung im Pfarrhaus – denn dazu bedürfe es gelegentlich auch der Debatte über bestimmte Inhalte. In einem waren sich Anne und Nikolaus Schneider dann aber einig: "Es steckt jede Menge Ostern in Weihnachten", wie Gröhe sagte. Denn ohne den Glauben an die Auferstehung leuchtet kein "Hoffnungslicht in dunkler Nacht". (pro)

Anne und Nikolaus Schneider: Hoffnunglicht in kalter Nacht. Gedanken zur Weihnacht, Kreuz 2011, 14,95 Euro, ISBN 978-3-451-61094-3

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