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Mit Satire gegen islamischen Terror

Kulturelle Waffen am Zug: Medienmacher in Nahost nehmen die Terror-Organisation „Islamischer Staat“ mit Satire aufs Korn. Späße auf Kosten der eigenen Regierung bleiben jedoch weiter schwierig.
Von PRO
Satire gegen Terroristen: IS-Anhänger lauern ihren Feinden auf

Foto: MEMRITVVideos / Screeshot pro

Satire gegen Terroristen: IS-Anhänger lauern ihren Feinden auf
Im Kampf um Einfluss und Verteidigung von Werten gegen Extremismus und Gewalt kommen nicht nur harte Geschütze zum Tragen. Auch und gerade die kulturellen Waffen einer Nation oder einer Wertegemeinschaft, die sogenannte „Soft Power“, ist ein wichtiger Faktor. Mit dieser „Soft Power“ erklärte zum Beispiel die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton unlängst im deutschen Fernsehen die wichtige Rolle, die Amerika im vergangenen Jahrhundert zugekommen ist. Ähnliche Geschütze versuchen auch Medienmacher im Nahen Osten aufzufahren – im Kampf gegen die Terror-Organisation „Islamischer Staat“, die ihrerseits das Spiel mit der „Soft Power“ spielt – etwa mit abendfüllenden Filmen, die von deren „heroischen Taten“ zeugen. Dem setzen nahöstliche Fernsehstationen Satire entgegen.

Lachen über den Feind

So zeigt eine Satire des palästinensischen Nachrichtensenders „Al-Filastinija“, veröffentlicht vom Medienkritik-Portal Memri, Mitglieder des „Islamischen Staates“ (IS) als Wegelagerer, die Vorbeikommende ermorden. Bei einem Christen streiten sie sich darum, wer diesen töten darf – denn für Mord an Christen gibt es besonders viele Segenspunkte im Himmel. Doch während des Disputs erliegt der Christ einem Herzinfarkt – die Punkte sind dahin, die Terroristen entsetzt. In einer weiteren Szene stoppt ein IS-Mitglied einen jungen Mann, der sich als Israeli entpuppt. Doch er darf seiner Wege ziehen. In den Augen des palästinensischen Senders – den die „Palästinensische Autonomiebehörde“ betreibt – sind die Terroristen also so bekloppt, dass sie gegen alles vorgehen, was ihnen in den Weg kommt, sogar gegen Muslime, nur nicht gegen den Erzfeind Israel.

Animierter Kampf

Die Satiriker machen sich auch lustig über die Rückwärtsgewandtheit der Terroristen. In den Gesprächen der Wegelagerer über das beste Partyviertel Beiruts stellt sich heraus, dass diese der Welt doch mehr zugewandt sind, als sie es je zugeben würden. Das gleiche Thema bedient auch eine Satire des libanesischen Programms „Ktir Salbe Show“. Darin fährt ein IS-Mitglied in einem Taxi, lehnt aber moderne Errungenschaften ab: Der Taxifahrer muss das Radio ausschalten, auch die Klimaanlage ist ein Unding. Der genervte Fahrer setzt den Terroristen schließlich auf die Straße: Wenn er alles Moderne ablehne, solle er doch anstatt auf ein Taxi bitteschön auf das nächste Kamel warten. „Diese Leute vertreten nicht den wahren Islam, und sich über sie lustig zu machen, ist ein Weg zu zeigen, dass wir gegen sie sind“, sagte Nabil Assaf, einer der Produzenten der „Ktir Salbe Show“, gegenüber Associated Press. „Natürlich ist das eine sensible Angelegenheit, aber das ist ein Weg, Extremismus zurückzuweisen und so hinzudrehen, dass die Menschen keine Angst haben.“ Die libysche Aktivistin und Journalistin Hend Amry schlägt in die gleiche Kerbe. „Manchmal muss man sich über etwas lustig machen, etwas verniedlichen. Denn manchmal ist Verniedlichung die größte Angst deines Feindes“, schrieb Amry auf Twitter. Die Anwesenheit von Satire im Nahen Osten bedeutet aber noch längst nicht künstlerische Freiheit in alle Richtungen. Wenn es gegen die Regierungen geht, ist schnell Schluss mit den Späßen. Bezeichnenderweise publiziert das Satire-Magazin „The Pan-Arabia Enquirer“ anonym. Die Seite verbreitet, ähnlich wie der „Postillon“ in Deutschland, satirische Nachrichten wie: „Saudischen Klerikern gehen die Alltags-Dinge aus, die sie verbieten können“. Dass es mit der Möglichkeit der Satire im Nahen Osten nicht weit her ist, erlebte zuletzt der ägyptische Comedian Bassem Jussef, der sich in seiner Show über die Kairoer Politiker lustig machte. Im Juni wurde seine Sendung abgesetzt. Die Stimmung im Land lasse keine politische Satire mehr zu, sagte Jussef damals. „Der Sendung ein Ende zu setzen verbreitet eine stärkere Botschaft, als wenn sie weitergegangen wäre.“ (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/detailansicht/aktuell/twitter-geht-gegen-islamisten-propaganda-vor-89127/
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