Mit dem Zweiten sieht man Kirche besser

Die aktuelle Berichterstattung der sechs wichtigsten deutschen Nachrichtensendungen wurden 2011 vor allem durch die Umwälzungen in einigen arabischen Ländern, die Euro-Krise sowie die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima geprägt. Kirchen und Religion spielten dagegen mit einem Prozent der Berichterstattung nur eine geringe Rolle.


Von PRO

Foto: ZDF / pro

Diese Ergebnisse des Branchendienstes "InfoMonitor 2011" wurden jetzt in der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" veröffentlicht und analysiert. Gegenüber 2006 ist der Wert der Berichterstattung über Kirche und Religion leicht gesunken. Er lag vor fünf Jahren noch 1,2 Prozent. Die Studie untersucht die "Tagesschau", "Tagesthemen" (beide ARD), "heute" und "heute-journal" (beide ZDF) sowie "RTL aktuell" und die "Sat.1-Nachrichten".



"heute-journal" ist Spitzenreiter



Mit 102 Sendeminuten wurde am häufigsten im "heute-journal" über religiöse Themen berichtet. Danach folgen die "Tagesthemen" (86 Minuten), "heute" (77 Minuten) und die "Tagesschau" (73 Minuten). Bei den Privatsendern spielten  diese Themen eher eine untergeordnete Rolle, was die Zahlen von "RTL aktuell" (50 Minuten) und die "Sat.1-Nachrichten" (34 Minuten) beweisen.



Der Anschlag auf Christen in Ägypten sorgte bereits im Januar für ein religiöses Thema in den Nachrichtensendungen. 41 Sendeminuten lang wurde darüber berichtet, auch hier lag das "heute-journal" mit einem Sendevolumen von 13 Minuten an der Spitze, gefolgt von der "Tagesschau", die sich dem Anschlag in Alexandria neun Minuten widmete.



Unter die Top 10-Themen schafften es ansonsten nur noch die beiden hohen christlichen Feiertagen Weihnachten und Ostern. Hier lagen – entgegen dem Trend – die privaten Sender vorne. "RTL-aktuell" berichtete 83 Minuten lang über Christi Geburt gefolgt von den "Sat.1-Nachrichten" (36 Minuten). Die "Tagesthemen" machten dies überhaupt nicht zum Thema.



Politikberichterstattung dampft Religion ein



Ostern, das Fest, an dem sich die Christen an Jesu Auferstehung erinnern, belegte im April Position sieben mit insgesamt 85 Minuten. Davon entfielen 22 Minuten auf "RTL aktuell", 19 auf die "Sat.1-Nachrichten", 15 auf "heute", 13 auf die "Tagesschau", 10 auf die "Tagesthemen" und 6 auf das "heute-journal". Nur zum Vergleich: Über die Kämpfe in Libyen wurde im April 310 Minuten berichtet.

Krüger stellt fest, dass es 2011 vor allem für die Politikberichterstattung weit mehr Sendeminuten gab als im Vorjahr. Diese seien zu Lasten der Themenbereiche Sport und Katastrophen, aber auch der Kategorien Wissenschaft, Kultur und Religion gegangen. (pro)

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