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Missionswerk startet Unterschriftenaktion für Asia Bibi

In einer Unterschriftenaktion fordert das Internationale Katholische Missionswerk Missio die Freilassung der Christin Asia Bibi. Vor fünf Jahren wurde die Pakistanerin festgenommen und zum Tode durch den Strang verurteilt.
Von PRO
Nicht mehr so sehr im Fokus. Weil in Pakistan seit fünf Jahren die Christin Asia Bibi in Haft sitzt, startet das katholische Werk Missio jetzt eine Petition für die Frau, die stellvertretend auch für alle anderen verhafteten Menschen dort gilt

Foto: Bastos/Fotolia.com

Nicht mehr so sehr im Fokus. Weil in Pakistan seit fünf Jahren die Christin Asia Bibi in Haft sitzt, startet das katholische Werk Missio jetzt eine Petition für die Frau, die stellvertretend auch für alle anderen verhafteten Menschen dort gilt
Wegen des Vorwurfs, sie habe den Propheten Mohammed beleidigt, wurde Asia Bibi am 19. Juni 2009 in Pakistan verhaftet. Auch fünf Jahre später weist sie die Vorwürfe zurück. Prälat Klaus Krämer, Präsident von Missio, kritisierte, dass das bestehende Blasphemiegesetz eine weitere Demokratisierung Pakistans verhindere. „Wir bitten die Bundesregierung, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit in Pakistan die Christin Asia Bibi aus dem Gefängnis entlassen wird und ihre Familie in Sicherheit leben kann“, heißt es in einer Verlautbarung des Missionswerkes.

Unterschriften am Tag der Menschenrechte überreichen

Im November 2010 war Bibi zum Tode verurteilt worden. Die Bundesregierung solle alle möglichen Anstrengungen unternehmen, damit in Pakistan dieses Gesetz abgeschafft wird, fordert Krämer zum Start eine Petition unter der Überschrift „Reißen Sie Mauern ein: Freiheit für Asia Bibi“. Die dort gesammelten Unterschriften sollen am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, an die Bundesregierung in Berlin überreicht werden. Asia Bibi stehe stellvertretend für 1.250 ähnliche Anklagen, die sich gleichermaßen gegen Christen, Muslime, Hindus und weitere religiöse Minderheiten richteten. Deswegen gelte die Petition für die Anhänger aller Religionen. „Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ist unteilbar“, erklärte Missio-Präsident Krämer. Das pakistanische Strafgesetzbuch sieht für die Verunglimpfung des Propheten Mohammed die Todesstrafe oder eine lebenslange Haftstrafe, für die Verunglimpfung des Korans lebenslange Haftstrafe vor. Gerichtlich verhängte Todesstrafen sind bisher nicht vollstreckt worden.

Gesetz verhindert starke Zivilgesellschaft

Die Blasphemie-Gesetze stammen noch aus der Zeit des Landes unter britischer Herrschaft und wurden nach der Staatsgründung Pakistans 1949 übernommen und zum Teil erweitert. Mittlerweile kann selbst die Kritik an diesen Gesetzen als Vorwand für eine Anklage wegen Gotteslästerung dienen, heißt es in der Mitteilung des Missionswerkes: „Dieses Gesetz und sein Missbrauch prägen die politische Kultur in Pakistan spürbar, das gegenseitige Misstrauen ist größer geworden, Minderheiten müssen sich genau überlegen, was sie in der Öffentlichkeit sagen, das Gesetz verhindert eine starke Zivilgesellschaft und weitere Demokratisierung des Landes.“ Krämer teilt weiter mit: „Deshalb müssen auch die Kräfte in Pakistan, die sich für Reformen einsetzen, gestärkt werden“. Gerade weil es eine Mehrheit unter den Muslimen gebe, die mit den Angehörigen anderer Religionen in Frieden zusammenleben wolle. Missio unterstützt die katholische Kirche in Pakistan im interreligiösen Dialog und in der Bildungs- und Menschenrechtsarbeit, damit dort eine gerechte und friedliche Gesellschaft entsteht. Zwei Politiker, die von der Unschuld Bibis ausgingen, wurden in den vergangenen fünf Jahren ermordet. Die Täter warfen ihnen vor, Sympathien für Asia Bibi gezeigt zu haben: „Umso wichtiger ist es, dass auf internationaler Ebene der Fall weiter im Bewusstsein gehalten wird“, meint Prälat Krämer. (pro)
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