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„Mission unter falscher Flagge“: NDR weist Beschwerde zurück

Der NDR-Rundfunkrat hat die Programmbeschwerde gegen die Dokumentation „Mission unter falscher Flagge - Radikale Christen in Deutschland“ abgewiesen. Dem Film sei nicht vorzuwerfen, antichristliche Propaganda zu betreiben, hieß es in der Begründung.
Von PRO
Ausschnitt aus der ARD-Dokumentation „Mission unter falscher Flagge - Radikale Christen in Deutschland“

Foto: ARD

Ausschnitt aus der ARD-Dokumentation „Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland“
Nachdem der Film „Mission unter falscher Flagge“ am 4. August 2014 im Ersten lief, beschwerten sich einige Christen darüber, dass er Christen einseitig darstelle. Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, erklärte, der Film stelle evangelikale Christen unter einen Generalverdacht. Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes, Christoph Irion, prangerte fehlende Differenzierung an. Bis zum Ende habe der Zuschauer den Eindruck, die im Film gezeigten Beispiele stünden repräsentativ für evangelikale Christen. In Wahrheit hätten sich die Autorinnen auf die Suche nach Skandalen begeben – „und sie natürlich gefunden“.

„Redaktion war verantwortungsvoll“

Der NDR teilte mit, der Rundfunkrat habe sich ausführlich mit einer Programmbeschwerde zur Sendung befasst. „Nach eingehender Prüfung zunächst im Rechts- und Eingabenausschuss am 20. November, dann in der Sitzung des Rundfunkrats am 5. Dezember sah das Gremium die staatsvertraglich festgelegten Programmgrundsätze des NDR nicht verletzt und wies die Programmbeschwerde ab“, hieß es. Die Vorsitzende des Rundfunkrats, Ute Schildt, erklärte, der Film habe „heftige Diskussionen“ ausgelöst. Ein Vorwurf sei gewesen, er betreibe antichristliche Propaganda und verletze die religiösen Gefühle zahlreicher Menschen. „Auf der anderen Seite“, schreibt Schildt, „meldeten sich bei der Redaktion aber auch Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich selbst als gläubige Christen bezeichneten und die sich für den Film bedankten.“ Nach erneuter sorgfältiger Prüfung des Films sei der Rundfunkrat zu der Einschätzung gelangt, „dass die Redaktion verantwortungsvoll gehandelt und alle journalistischen Standards eingehalten hat“. Zu den wichtigen Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zähle es, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und wahrheitsgemäß darüber zu berichten. „Den Mut zu kritischen Beiträgen gilt es zu bewahren, auch wenn sie im Einzelfall Kontroversen nach sich ziehen.“ (pro)
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