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Missio fordert von der EU Einsatz für die Christen im Nordirak

Die Europäische Union soll sich für den Schutz und Erhalt des christlichen Erbes im Nordirak einsetzen. Das fordert das katholische Hilfswerk Missio von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Von PRO
Das Mor-Mattai-Kloster Kloster im Nordirak ist für seine Sammlung von syrisch-christlichen Manuskripten bekannt

Foto: kyselak

Das Mor-Mattai-Kloster Kloster im Nordirak ist für seine Sammlung von syrisch-christlichen Manuskripten bekannt

Das katholische Hilfswerk Missio Aachen fordert in einer Petition EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, sich für den Schutz und Erhalt des christlichen Erbes im Nordirak einzusetzen. „Die Europäische Union soll ihren Einfluss auf die irakische Zentralregierung geltend machen, die anhaltende Umwidmung vor allem christlicher Gebiete in dieser Region an andere Gruppen zu verhindern“, erklärte Missio-Präsident Dirk Bingener am Freitag in Aachen.

Hintergrund der Initiative ist nach Angaben von Missio, dass seit dem Irak-Krieg von 2003 und den Gewalttaten des „Islamischen Staates“ der Auswanderungsdruck auf Christen in der Niniveh-Ebene stark zugenommen hat. Seit 2014 mussten Zehntausende aus ihrer Heimat flüchten. Dadurch seien die Eigentumsverhältnisse von Land- und Hausbesitz oft ungeklärt, hieß es. Die Zentralregierung im Irak verteile nun dieses Land an neue Besitzer. In der Niniveh-Ebene seien davon neben christlichen Gebieten auch andere Gruppen wie die Jesiden betroffen. Kompliziert werde die Situation dadurch, dass die irakische Zentralregierung auch mit der kurdischen Autonomiebehörde verhandeln muss, zu der ebenfalls Teile christlicher Siedlungsgebiete gehören.

„Unsere kirchlichen Partnerinnen und Partner fordern einen Stopp dieser staatlichen Neuverteilung von Landbesitz für zehn Jahre, um die Besitzverhältnisse klären und das Katasterwesen modernisieren zu können. Das ist die Voraussetzung für die Rückkehr von Vertriebenen und Geflüchteten“, betonte Bingener. „Wir beobachten seit einigen Jahren einen massiven Exodus von Christinnen und Christen aus dieser Region in andere Gebiete des Iraks oder ins Ausland“, mahnte er. Die Niniveh-Ebene sei eines der traditionellen Siedlungsgebiete der Christen im Irak.

Bingener begrüßte den geplanten Besuch von Papst Franziskus vom 5. bis 8. März im Irak und in der Niniveh-Ebene. Der Papst will dort mit Vertretern des Staates, der christlichen Kirchen und anderer religiöser Gruppen sprechen.

Von: epd

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