Missio fordert Einsatz für religiöse Minderheiten in Indien

Vor der Indienreise von Bundeskanzler Friedrich Merz mahnt das katholische Hilfswerk Missio mehr Engagement für Religionsfreiheit an. Christen, Muslime und andere Minderheiten seien wachsender Diskriminierung ausgesetzt.
Der Präsident von missio Aachen Dirk Bingener wünscht sich, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Israel-Besuch auch für die Christen vor Ort einsetzt.

Das katholische Hilfswerk Missio hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, sich bei seiner Indienreise für einen stärkeren Schutz von Christen, Muslimen und Angehörigen anderer religiösen Minderheiten einzusetzen. Diese litten seit Jahren unter Diskriminierung und Gewalt durch Hindunationalisten, erklärte das Hilfswerk am Samstag in Aachen. Merz reist von Sonntag bis Dienstag mit einer Wirtschaftsdelegation nach Indien und trifft dabei auch den indischen Premierminister Narendra Modi.

„Religionsfreiheit ist ein unveräußerliches Menschenrecht und muss in strategischen Partnerschaften als solches klar benannt werden“, erklärte Missio-Präsident Dirk Bingener in einer Pressemitteilung. Wenn Deutschland enge politische und wirtschaftliche Beziehungen mit Indien pflege, dürfe dabei das Thema Menschenrechte nicht vernachlässigt werden.

Merz soll auch eine restriktive indische Visavergabepraxis für kirchliche Organisationen und Medien aus Deutschland ansprechen, forderte Missio. „Es wird für uns immer schwieriger, Visa zu erhalten, um unsere kirchlichen Partner in Indien zu besuchen“, sagte Bingener. Solche Schikanen erschwerten die Zusammenarbeit zwischen den Hilfswerken und der Kirche in Indien erheblich. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) habe in einem Beschluss vom November die Bundesregierung zu einem stärkeren Einsatz für Religionsfreiheit in Indien aufgefordert.

Premier Modi und seine hindunationalistische Partei BJP haben Indien seit 2014 immer mehr zu einem hinduistisch geprägten Staat umgeformt. Dabei werden religiöse Minderheiten nicht nur staatlich diskriminiert, sondern leiden auch unter einem aggressiven gesellschaftlichen Klima gegen sie. Radikale hinduistische Gruppen verüben dabei Übergriffe und Gewalt. Von der Bevölkerung von rund 1,4 Milliarden in dem südasiatischen Land sind etwa 80 Prozent Hindus, 14 Prozent Muslime und 2,3 Prozent Christen.

epd
Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen