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Minderjährige kritisieren zu viel Sex in Aufklärungsplakaten

Nackte Haut, Latex und aufreizende Bilder: Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit warb für Safer Sex mit Kondomen – und setzte dafür einen provokanten TV-Spot ein, der sexuelle Handlungen zeigte. Kinder und Jugendliche ziehen wegen dieser offensiven Darstellung von Sex nun vor das Bundesgericht in Lausanne.
Von PRO
Das Bundesamt für Gesundheit bietet zahlreiche Informationen rundum sexuelle Aufklärung und zur umstrittenen Kampagne

Foto: Screenshot pro

Das Bundesamt für Gesundheit bietet zahlreiche Informationen rundum sexuelle Aufklärung und zur umstrittenen Kampagne
Ein Paar beim Sex in der Dusche, ein homosexuelles Paar im Bett, zwei junge Menschen beim Sadomaso – das zeigte ein Werbefilm Bundesamts für Gesundheit (BAG) der Schweiz. Zum Schluss das Bild eines verpackten Kondoms, die finale Werbebotschaft des Films: „Bereue nichts“. Das BAG will mit seiner Kampagne aus dem Jahr 2014 sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV vorbeugen. Doch die Art der Werbung für Safer Sex, auch auf Plakaten des BAG, ist umstritten. 35 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis siebzehn Jahren wollen die Angelegenheit nun vor das Bundesgericht bringen, nachdem sie mit einer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen gescheitert sind. Das Video zeige explizit sexuelle Handlungen, lautet der Vorwurf. Die Szenen und Plakate seien mehr darauf ausgelegt, sexuelle Lust zu erregen, als aufzuklären. Die Eltern der Kindern sehen darüber hinaus eine Gefährdung in der Entwicklung ihrer Kinder.

Keine Rücksicht auf Kinder

Die christliche Stiftung „Zukunft CH“ hat sich hinter die Kinder und Eltern gestellt. „Die Kampagne vermittelt ein Zerrbild menschlicher Sexualität und überschreitet aus unserer Sicht die Grenzen des Jugendschutzes mit der expliziten Darstellung des Sexualakts“, sagt Ralph Toscan von der Schweizer Stiftung gegenüber pro. „Dass dann noch ein Bundesamt für Gesundheit durch sexuelle Lust erzeugende Videofilme und Bilder im öffentlichen Raum eine falsche Entwicklung befeuert, ist besonders fatal.“ Von einer Behörde wie dem BAG werde erwartet, dass sie „ausgewogen und altersgerecht“ informiere, meint Toscan. „Dass sie Rücksicht nimmt auf die Schwächsten in der Bevölkerung wie eben Kinder und Jugendliche. Erst recht bei einem derart sensiblen Thema wie Sexualität.“ Das BAG hat bis Mittwochnachmittag nicht auf eine Anfrage von pro reagiert. Als Models für die Kampagne „Bereue nichts“ bewarben sich rund 300 Personen, die sich für die Aktion beim Sex fotografieren oder filmen lassen wollten. Ausgewählt wurden schließlich fünf Paare verschiedener Altersgruppen. Das BAG bietet auf seiner bunt gestalteten Webseite zahlreiche Informationen zu Geschlechtskrankheiten und deren Übertragung. Ebenso sind zahlreiche Links zu Medienberichten und Erfahrungsberichten über Sex zu finden. Die aktuelle Kampagne des Schweizer BAG rückt die Krankenheiten wieder stärker in den Mittelpunkt. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/kritik-an-sex-plakaten-der-bundeszentrale-fuer-aufklaerung-96383/
https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/detailansicht/aktuell/sexualkunde-mit-bibel-dildo-und-handschellen-89847/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/diese-sex-schrift-war-der-ekd-zu-heikel-92967/
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