Die Aktion der katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg nennt sich „Starnberger Schutzengel“. Initiiert hat sie der Millionär und bekennende Christ Peter Löw. Er stellt für die Aktion insgesamt 20.000 Euro zur Verfügung. Die Täuflinge dürfen höchstens drei Jahre alt sein und müssen in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg gemeldet sein.
Die katholische Kirche hat durch Austritte und Sterbefälle im Jahr 2025 etwa 550.000 Menschen verloren. Die aktuell 19,22 Millionen Mitglieder entsprechen einem Anteil von 23 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Weil diese Tendenz sich auch in Starnberg widerspiegelt, entschied sich der bekennende Katholik und achtfache Vater dazu, die Aktion ins Leben zu rufen.
Löw macht sich nicht nur Sorgen um die Zukunft seiner Kirche, sondern sieht auch, dass Taufen zunehmend eine Kostenfrage seien. Dass es nicht darum gehe Gläubige einzukaufen, betont Pfarrer Andreas Jall gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Der Unternehmer selbst erklärte der „Bild“-Zeitung, dass er Ende des Jahres die Sinnhaftigkeit der Aktion überprüfen wolle.
Im Gespräch über Jesus öffnen sich viele Türen
PRO hat Löw, der zu den reichsten Deutschen gehört, vor wenigen Jahren besucht, als er in einem Buchprojekt die Geschichten der vier Evangelien zusammengefasst und harmonisiert hat. Ihm ist es ein Anliegen, im persönlichen Umfeld und in seinem Berufsalltag für seinen Glauben zu werben. Sehr schnell gehe es dann um Gott, die Schöpfung und den Tod.
Gegenüber PRO verdeutlichte er, dass Gemeinden nicht alles schlechtreden und jammern sollten, sondern einfach wieder mehr Gott vertrauen. Auch wenn es aktuell nicht leicht sei mit Glaube und Kirche zu punkten, brauche die Gesellschaft Jesus und seine Botschaft. Das wolle er auch seinen Kindern vorleben. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sich viele Türen öffneten, wenn er Menschen von Jesus erzähle.
Unterdessen hat sich das zuständige Bistum Augsburg kritisch zu dem „gut gemeinten“ Projekt geäußert. Aus kirchlicher Sicht gebe es dabei auch ein „schales Gefühl“, teilte ein Sprecher der Diözese mit. Die Freigiebigkeit Löws wurde grundsätzlich als „sympathischer Ausdruck von Nächstenliebe“ bezeichnet.
Das Bistum verweist darauf, dass jeder Gläubige das Recht auf einen Empfang der Sakramente habe, sofern die entsprechenden Voraussetzungen gegeben seien. Die Entscheidung der Eltern, ihr Kind zur Taufe zu bringen, setzte eine bewusste Glaubensentscheidung voraus. Das Bistum stellte infrage, ob es in Zeiten der Ökumene sinnvoll sei, die Prämie auf nur die eigene Konfession zu begrenzen.
Wie Stadtpfarrer Andreas Jall der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ sagte, werde die Prämie auch in der eigenen Gemeinde kontrovers diskutiert. In dieser „hochpreisigen Gegend solle den Familien mit der Prämie finanziell geholfen werden“, sagte der Geistliche.