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„Militante Islamisten sind Faschisten“

Die aus Ostdeutschland stammende Schriftstellerin Monika Maron und die türkischstämmige Autorin Necla Kelek haben in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt Fragen zum militanten Islam und zur Zukunft Ägyptens beantwortet. Sie finden dabei bei ihrer Kritik an der Integration muslimischer Einwanderer in Deutschland deutliche Worte.
Von PRO

Foto: pro

Monika Maron sagt zur Frage der Integration in Deutschland: „Mir kommt es vor, als führen wir in einem zwar ziemlich komfortablen Zug, wüssten aber nichts Genaues über den Zustand der Gleise. (…) Und die Probleme mit der Integration sind offenbar über Nacht verschwunden, wenn man der Berichterstattung trauen würde. Sarrazin wurde so oft zum Rassisten ernannt, bis die Behauptung als akzeptierte Wahrheit galt. Und Buschkowsky hat man seinen Buchtitel als Bumerang an den Kopf geworfen: Neukölln sei eben nicht überall.“

Die deutsche Öffentlichkeit kranke an „Sprech- und Denkverboten“, sagt Maron. „Wer den Islam in seiner derzeitigen Verfassung für nicht kompatibel mit einer offenen, demokratischen Gesellschaft hält, wird als islamophob oder sogar fremdenfeindlich diffamiert“, kritisiert die Autorin.

Necla Kelek betont, dass die Geschichte der Zuwanderung einerseits eine „deutsche Erfolgsgeschichte“ sei. „Über 16 Millionen Bürger nichtdeutscher Herkunft leben in diesem Land. 80 Prozent von diesen Einwanderern haben keine Probleme, können hier eine Zukunft aufbauen und dabei ihre Identität wahren und haben das Land bereichert und weitergebracht.“ Deren Traditionen seien meistens mit den Werten unserer Gesellschaft kompatibel. Andererseits sei die Integration jedoch gescheitert. „Probleme haben diejenigen, die Kultur nicht als Konsens, sondern als Differenz leben wollen“, sagt Kelek. „Bestimmte Ethnien, Gruppen und ihre Verbände verfolgen eine andere Agenda, eine Politik des sich Ausgrenzens. Sie haben ein abweichendes Menschen- und Weltbild, haben andere Wertvorstellungen und ein anderes Rechtsverständnis. Diese Gruppe ist fast ausschließlich im Umfeld der in konservativen Islamverbänden organisierten Scharia-Muslime zu finden.“

Auch wenn es sich nur um eine kleine Gruppe von weniger als 1,5 Millionen Menschen handele, gebe es zusammen mit den Lobby-Organisationen der türkischen Gemeinde Personen, „die sich am lautesten als benachteiligt zu Wort melden und selbst den Eindruck erwecken, sie seien arm dran. Allen voran die türkische Lobby.“ Diese Gruppen sprächen nicht von „Integration“ oder Multikultur, sondern von „Partizipation“, von Teilhabe, sagt Kelek. „Es geht darum, unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die eigenen Lebensvorstellungen als Gruppe durchzusetzen oder ihre nationale Identität zu pflegen und eine Parallelwelt zu legitimieren.“

„Politischer Islam betrifft den Kern unserer Freiheit“

Die Salafisten seien „die militante Speerspitze des fundamentalistisch-politischen Islam, der ins Mittelalter zurückstrebt“, ist Kelek überzeugt. „Sie bedrohen unsere Sicherheit im Inneren und wie aktuell auch den Politologen Abdel Hamed Samad in Ägypten mit dem Tod.“ Sie fügt hinzu: „Wir müssen begreifen, dass von diesen Gruppen ein Krieg gegen den Westen geführt wird. Ein Krieg gegen unsere Werte und unseren Frieden.“ Sie stimme mit dem ägyptisch-deutschen Autoren Abdel Hamed Samad darin überein, dass die militanten Islamisten und Dschadisten eine Ideologie des Faschismus verträten.

Die Muslime gehörten zu Deutschland, so Kelek, denn der Islam könne wie zum Beispiel der Buddhismus und das Christentum in Deutschland gelebt werden. „Die Toleranz hört aber auf, wo mit dem Recht auf Religionsfreiheit versucht wird, die Dominanz der Religion über die Verfassung zu erlangen.“ Der Islam habe, anders als das Christentum durch Luther, noch keine Phase der intensiven Kritik durchgemacht.

Zur Frage nach einem Beitritt der Türkei in die Europäische Union kritisiert Maron, es falle schwer, sich dies vor allem nach einem Besuch in Südostanatolien vorzustellen. „Die Frage ist doch nicht, ob eine Mitgliedschaft die Reformen in der Türkei befördern würde, sondern ob die Mitgliedschaft der Türkei für die EU überhaupt nur zu verkraften wäre.“ Schon jetzt, unter den Belastungen der Krise, erweise es sich ihrer Meinung nach als Fehler, dass die EU die kulturellen Unterschiede ihrer Mitglieder bisher zugunsten ökonomischer und strategischer Interessen vernachlässigt oder sogar ignoriert habe. Kelek hofft nach eigener Aussage, „dass die Europäer jetzt endlich aufwachen und erkennen, dass Modernisierung nicht identisch ist mit Demokratisierung“. Sie fügt hinzu: „Die Debatte über den politischen Islam muss konsequent weitergeführt werden, weil sie den Kern unserer Freiheit betrifft.“ (pro)

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