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Merkel für christliches Engagement geehrt

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Stuttgart für ihr Eintreten für humanitäre und christliche Werte ausgezeichnet worden. Laudator Reinhard Marx hob ihre Grenzöffnung für Flüchtlinge hervor.
Von PRO
Merkel bei der Auszeichnung mit Kardinal Marx (l.) sowie Kretschmann und Bischof Fürst

Foto: pro/Moritz Breckner

Merkel bei der Auszeichnung mit Kardinal Marx (l.) sowie Kretschmann und Bischof Fürst

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Mittwoch in Stuttgart mit dem Eugen-Bolz-Preis ausgezeichnet worden. Der nach einem Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten benannte Preis ehrt Menschen, die sich aus religiöser Verantwortung heraus engagieren.

In ihrer Dankesrede beschwor Merkel die europäische Solidarität, an der es derzeit angesichts der Flüchtlingskrise mangele. Die Würde aller Menschen solle im Zentrum politischen Handelns stehen. „Europa bleibt die beste Versicherung für ein Leben in Frieden und Freiheit“, sagte Merkel. Sie würdigte das Leben von Eugen Bolz als vorbildlich, wenn es darum gehe, fest zu seinen Werten und Überzeugungen zu stehen.

Merkel bei ihrer Dankesrede Foto: pro/Moritz Breckner
Merkel bei ihrer Dankesrede

Marx: „Christen haben die Welt mitzugestalten“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte in seiner Laudatio, Merkel betreibe Politik aus ihrem christlichen Glauben heraus, ohne den Glauben „vor sich herzutragen“. Er nannte die hohen Erwartungen, die erst recht nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten an Merkel als „letzte Verteidigerin des liberalen Westens“ gerichtet seien, wie es die Zeitung New York Times ausgedrückt habe. „Aber Angela Merkel ist weit davon entfernt, sich eine messianische Überforderung zu eigen zu machen.“ Denn in der Politik gehe es nicht um das Heil der Welt, sondern nur um die vorletzten Dinge. „Das Wissen, dass sich das Paradies auf Erden nicht herstellen lässt, gibt den Christen Gelassenheit in diesen vorletzten Dingen“, erklärte Marx. „Und diese innere Ruhe strahlt Angela Merkel aus.“ Die Bundeskanzlerin wisse jedoch: „Christen dürfen der Welt nicht einfach ihren Lauf lassen. Wir haben sie mitzugestalten.“ Dafür gebe Merkel ein überzeugendes Beispiel.

Dass Merkel ihren christlichen Glauben „eher unaufdringlich“ als politische Grundlage lebe, solle nicht über ihre christliche Verwurzelung hinwegtäuschen. Marx nannte in diesem Zusammenhang die Öffnung der deutschen Grenze für Flüchtlinge im September 2015. „In einer kritischen Phase Europas haben Sie ein wichtiges Zeichen für Humanität gesetzt und in der Politik ein Beispiel christlicher Nächstenliebe gegeben“, sagte Marx. Die Bereitschaft, Menschen in Not in Deutschland aufzunehmen, hob er als Ausgangspunkt für die Verleihung des Bolz-Preises hervor.

Kardinal Marx sprach eine Laudatio auf Merkel Foto: pro/Moritz Breckner
Kardinal Marx sprach eine Laudatio auf Merkel

Kretschmann: Verfassung „vom christlichen Geist imprägniert“

Darauf ging auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ein. „Alle Demokraten sind unserer säkularen Verfassung verpflichtet, die aber vom christlichen Geist imprägniert ist“, sagte er. Die vom Grundgesetz verbriefte Würde werde jedem Menschen zuteil, und nach christlichem Verständnis sei auch ein Fremder der Nächste. Die Grenzöffnung für Flüchtlinge, die in Osteuropa festsaßen, sei aus einer Notsituation heraus erfolgt, in der sofortiges Handeln vonnöten gewesen sei. Kretschmann lobte, dass Merkel dafür stehe, dass das Grundrecht auf Asyl keine quantitative Begrenzung kenne. Gleichwohl müssten Menschen, die aus anderen Gründen nach Deutschland kämen, zurückgeführt werden.

Der Eugen-Bolz-Preis wird an Personen verliehen, die sich in besonders herausragender Weise aus religiöser Verantwortung heraus in Wissenschaft, Politik und Publizistik Verdienste erworben haben. Bolz war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei. Von 1928 bis 1933 war er Staatspräsident des Volksstaats Württemberg. Später beteiligte er sich mit christlicher Begründung am Widerstand gegen den Nationalsozialismus. 1945 wurde er von den Nationalsozialisten ermordet.

Zu den früheren Preisträgern gehören der frühere Ministerpräsident Baden-Württembergs, Erwin Teufel, und die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sowie der SPD-Politiker Robert Antretter. Sie waren bei der Verleihung anwesend. (pro)

Von: mb

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