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Merkel: Dem christlichen Glauben verpflichtet

"Ich kann meine christliche Grundhaltung und mein politisches Tätigsein nicht voneinander trennen." In einem Exklusiv-Interview mit ERF Medien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) deutlich gemacht, dass sie dem christlichen Glauben verpflichtet ist. In dem Gespräch, das am kommenden Freitag ausgestrahlt wird, nahm die Kanzlerin laut einer Mitteilung des ERF auch Stellung zur PID, zu den Vorgängen in Nordafrika und zur Christenverfolgung.
Von PRO

Foto: ERF Medien, Wetzlar

In dem Gespräch mit dem ERF Vorstandsvorsitzenden Jürgen Werth, das am vergangenen Donnerstag, also noch vor der Katastrophe in Japan, aufgezeichnet worden war, sagte die Bundeskanzlerin, in ihrem politischen Handeln schwinge auch immer der christliche Glaube mit. Dies betrifft auch den Umgang mit Fehlern und Kritik: "Für mich ist die Tatsache, dass ich dem christlichen Glauben verpflichtet bin, auch schon von daher eine Beruhigung, weil klar ist, dass der Mensch nicht vollkommen ist und auch ich selbst durchaus Fehler machen kann", sagte Merkel.

Gegenüber pro zeigte sich Werth beeindruckt von der Tatsache, "dass die Kanzlerin sich eine halbe Stunde Zeit für ein Interview mit einem verhältnismäßig kleinen Sender genommen hat". Insgesamt sei es ein sehr angenehmes Gespräch in einer freundlichen Atmosphäre gewesen, bei dem sie ihre Positionen authentisch und souverän vertreten habe.

Merkel bekräftigte in dem Interview auch ihre Haltung zum Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID): "Ich möchte nicht, dass wir eine Gesellschaft sind, in der Eltern, die sich für behinderte Kinder entscheiden, unter einen Rechtfertigungszwang kommen." Das sei nicht mit der Würde des Menschen vereinbar. Sie habe sich für einen sehr strikten Kurs entschieden, wissend, dass es eine sehr schwere Entscheidung sei. Sie habe die Befürchtung, dass keine Begrenzung bei diesem Thema gefunden werde, auch wenn sie die Gegenargumente durchaus nachvollziehen könne.

"Suche nach dem Glauben im Christentum verstärken"

Im Hinblick auf die aktuellen politischen Umwälzungen in den nordafrikanischen Staaten und den Ländern des Nahen Ostens, die mehrheitlich islamisch geprägt sind, sagte die Bundeskanzlerin: "Wir haben auf der einen Seite ermutigende Zeichen. Menschen wollen nicht weiter bedrängt werden und ihre ureigensten Freiheiten wie Meinungsfreiheit und Pressefreiheit einfordern. Das finde ich gut." Ob damit in jedem Falle gleich Toleranz verbunden ist, das heißt auch den anderen zu respektieren mit der anderen Religion, das habe sich noch nicht erwiesen. "Das müssen wir einfordern. Wir haben erschreckende Zahlen darüber, wie Christen verfolgt werden, in wie vielen Ländern. Es ist ganz objektiv die Religionsgruppe, die am stärksten verfolgt wird", so die Kanzlerin.

Zum Miteinander von Christen und Muslimen in Deutschland meinte Merkel: "Ich glaube, dass viele Menschen verunsichert sind über die Tatsache, dass wir viele Muslime bei uns haben. Das hat zum Teil damit zu tun, dass man die andere Religion vielleicht nicht so kennt, dass es vielleicht manchmal auch gar nicht so einfach ist, mit ihr ins Gespräch zu kommen, dass es durchaus auch Meinungsunterschiede geben kann." Diese Unsicherheit hänge aber auch damit zusammen, dass viele deutsche Mitbürger nicht mehr so einen Bezug zum Christentum hätten wie vor etwa 100 Jahren, nicht aktiv am christlichen Leben teilnähmen und sich dadurch vielleicht noch mehr bedrängt fühlten in einer säkulareren Welt. Da könne die Antwort nicht sein, den anderen vorzuwerfen, "dass sie einen eigenen Glauben haben, sondern vielleicht die Suche nach dem Glauben im Christentum auch wieder zu verstärken".

Aktuell zeigt der ERF das 30-minütige Interview am Freitag, 18. März, um 20 Uhr in der Sendung „Wert(h)e Gäste spezial – Jürgen Werth trifft Dr. Angela Merkel“ im Fernsehprogramm ERF 1. Wiederholungen gibt es am Sonntag, 20. März, um 16.30 Uhr und am Mittwoch, 23. März, um 22 Uhr. ERF Radio sendet das Interview am 18. März ab 21.30 Uhr. Zudem ist „Wert(h)e Gäste spezial“ auch im Internet auf www.erf.de zu sehen.



ERF Medien wurde 1959 in Wetzlar als Evangeliums-Rundfunk e. V. gegründet. Laut Angaben auf der Homepage arbeiten 230 Frauen und Männer für den Sender, der ausschließlich durch Spenden seiner Hörer und Zuschauer finanziert wird und das Ziel hat, "durch seine Arbeit in Radio, Fernsehen und Internet mitzuhelfen, dass Menschen Christen werden und Christen Christen bleiben".(pro)

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