Das christliche Medienmagazin

Menschenrechtler: Christen sind in Ägypten Freiwild

Christen werden in Ägypten bedroht und gejagt. Das haben Menschenrechtler angemahnt und widersprechen damit dem Oberhaupt der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten. Ibrahim Isaac Sedrak hatte am Wochenende erklärt, Christen würden in seiner Heimat nicht verfolgt.

Von PRO

Foto: Christopher Rose/CC BY-NC 2.0

Kontakte in der Region berichteten von einer deutlichen Verschärfung der Verfolgungssituation für die Christen in Ägypten, teilte Markus Rode, Leiter des christlichen Hilfswerkes Open Doors Deutschland, am Dienstag mit. Angesichts dessen mute die Äußerung des Oberhauptes der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten zur Situation der Christen äußerst seltsam an. Sie könne wie ein Schlag ins Gesicht der Opfer wirken. „Wir dürfen die Situation unserer verfolgten Glaubensgeschwister nicht abschwächen, sondern müssen uns im Gegenteil in dieser schweren Zeit umso mehr im Gebet, durch Ermutigung und mit praktischer Hilfe an ihre Seite stellen”, erklärte Rode.

Ibrahim Isaac Sedrak hatte am Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung davor gewarnt, von Christenverfolgung in Ägypten zu sprechen. Wörtlich erklärte er: „Es gab Schwierigkeiten, sogar Diskriminierung. Von Verfolgung kann man jedoch nicht sprechen. Die Angriffe im August richteten sich zwar gegen Christen, das eigentliche Ziel war aber Ägypten selbst. Angegriffen wurden ja auch staatliche Institutionen und gemäßigte Muslime, die Christen verteidigt haben.“

Dem widerspricht auch Amnesty International. Die Organisation sieht gezielte Gewalt von Islamisten gegen Christen und wirft der ägyptischen Militärregierung vor, die Christen nicht ausreichend zu schützen. Allein deshalb sei es Mitte August zu einer verheerenden Gewaltwelle von Anhängern des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi gegen die koptische Minderheit gekommen, heißt es in einem am Mittwoch in London verbreiteten Bericht. Nach der Auflösung eines Sitzstreiks von Muslimbrüdern durch Sicherheitskräfte hätten Mursi-Anhänger christliche Einrichtungen angegriffen. Dabei seien mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. 43 Kirchen seien beschädigt worden. Amnesty forderte nun eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle. Wenn die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen würden, wäre dies ein Signal, dass Christen in Ägypten „Freiwild” seien, erklärte die Organisation. (pro)

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen