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Menschen in Deutschland sehen Digitalisierung zwiespältig

Die Digitalisierung schreitet voran – doch die Menschen in Deutschland stehen ihr einer Studie zufolge mit zwiespältigem Gefühl gegenüber. 23,5 Prozent der Befragten verbindet Digitalisierung am ehesten mit dem Gefühl der Neugier, knapp 23 Prozent assoziieren sie dagegen mit „Genervtheit/Überdruss“.
Von PRO
Wie sehr bestimmen Roboter unser digitalisiertes Leben. ? statt .Die Deutschen sehen der Digitalisierung nicht nur positiv entgegen.

Foto: pro/Jonathan Steinert

Wie sehr bestimmen Roboter unser digitalisiertes Leben. ? statt .Die Deutschen sehen der Digitalisierung nicht nur positiv entgegen.

Die Menschen in Deutschland sehen die Digitalisierung zwiespältig. Das hat eine repräsentative Umfrage des Berliner Marktforschungsunternehmens Civey im Auftrag von Cisco Deutschland ergeben. Von den insgesamt 5.000 Befragten verbanden 23,5 Prozent mit der Digitalisierung am ehesten das Gefühl von Neugier. Immerhin 22,8 Prozent sehen das Thema dagegen mit „Genervtheit/Überdruss“.

Wie die Deutsche Presse-Agentur meldet, sind zudem Unsicherheit (11,6 Prozent) und Sorge/Überforderung (12,1 Prozent) unter den Befragten verbreitet. „Digitalisierung ist technisch kein Problem mehr“, sagte Cisco-Manager Oliver Tuszik. Die Herausforderung bestehe aber darin, die Menschen bei diesem Prozess auch mitzunehmen. Der kalifornische Netzwerkspezialist hat die Studie in Auftrag gegeben.

Deutschland im unteren Drittel

Das Gefühl der Genervtheit könne aber auch darauf zurückzuführen sein, dass es hierzulande mit der Umsetzung nicht schnell genug gehe, sagte Tuszik, der bisher Deutschland-Chef des Unternehmens war und künftig das weltweite Partner-Netzwerk verantwortet. So ordnet etwa mehr als die Hälfte der Befragten Deutschland im internationalen Vergleich im unteren Drittel (38,8 Prozent) oder „eher in der Schlussgruppe“ (23,6 Prozent) ein.

Gerade im internationalen Vergleich stehe Deutschland jedoch besser da, “als wir selber oft glauben“, sagte Tuszik. „Deutschland ist noch immer ein Land von Forschern, wir sind aber oft nicht schnell genug in der Umsetzung.“ Viele wollten hierzulande eine 150-Prozent-Lösung bauen, die komme aber im Zweifel dann auch zehn Jahre später auf den Markt.

Den größten Nachholbedarf bei der Digitalisierung sehen die Menschen in Deutschland im Bildungssektor (43,6 Prozent), etwa in Schulen und Universitäten. Deutlich dahinter folgt mit 21,9 Prozent die Verwaltung mit digitalen Bürgerservices. Jeweils unter der 10-Prozent-Marke rangieren unter den Befragten die Bereiche Gesundheitswesen (7,7 Prozent), Arbeit (7,4 Prozent) und Mobilität (1,9 Prozent).

Ohne Vergleichszahlen

Für die repräsentativen Studienergebnisse hat das Berliner Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag von Cisco Deutschland insgesamt 5.000 Menschen befragt. Die deutsche Niederlassung des kalifornischen Netzwerk-Spezialisten wollte zweieinhalb Jahre nach dem Start seines Programms „Deutschland Digital“ den Stand der Digitalisierung und möglichen Handlungsbedarf ermitteln. Vergleichszahlen lagen nicht vor.

Von: dpa/ Johannes Blöcher-Weil

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