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“Mein Gottesglaube ist kein Ritual”

Der Komponist, Musikproduzent und bekennende Christ Dieter Falk hat der Zeitschrift "Chrismon" einen Einblick in die Weihnachtstraditionen seiner Familie gegeben. Außerdem sprach er über Castingshows und gegen seine modernen Arrangements gerichtete "Watschen von der Klassikpolizei".
Von PRO

Foto: Creative Kirche Witten

"Ich bin kein Gralshüter – aber im Weihnachtsgottesdienst sollte auf jeden Fall ‘O du fröhliche’ gesungen werden", stellte Falk in dem Interview klar. Ansonsten könne in der Kirche zu den Feiertagen auch mal etwas anderes gespielt werden, als "immer die gleichen Lieder" – zum Beispiel eine swingige Interpretation des Klassikers "Go Tell It on the Mountain".

Den Heiligabend feiert Familie Falk traditionell. "Wir werden mal so richtig ausspannen", sagte Falk, Weihnachten sei nach vielen Terminen eine "Offzeit" für die Familie, in der aufwendig gekocht würde. "An Heiligabend selber gibt’s allerdings nur Würstchen mit Kartoffelsalat." Seine Söhne würden, obwohl sie bereits 14 und 17 Jahre alt sind, noch immer darauf bestehen, dass die Bescherung mit einem Glöckchen eingeläutet wird. "Mein Gottesglaube ist kein Ritual wie der kindliche Glaube ans Christkind", so der Künstler. "Er stellt meinen Alltag auf feste Füße. Ich stamme zwar aus einem religiösen Elternhaus, habe aber keinen Zwang empfunden."

Für seine Familie sei ein gut strukturierter Tag mit viel gemeinsamem Austausch wichtig: "Wir essen gemeinsam Mittag, quatschen eine Stunde, dann arbeitet jeder für sich, und abends essen wir wieder gemeinsam. Ich glaube, in der Generation der Playstation spielenden Kinder gibt es eine Sehnsucht nach einer solchen Taktung."

"Bach war der erste Jazzer"

Auf seinem neuesten Album, "Celebrate Bach", hat Falk gemeinsam mit seinen Söhnen klassische Werke des Barock-Komponisten Johann Sebastian Bach neu arrangiert (pro berichtete). Dafür musste er auch Kritik einstecken, verriet er jetzt "Chrismon". "Manche Leute regen sich auf, dass ich klassisches Repertoire verrocke oder verjazze", so Falk. "Ich mache das seit 30 Jahren und hole mir Watschen von der Klassikpolizei", daher habe ihn die Kritik nicht überrascht. Es gebe eben Leute, für die man Pop und Klassik nicht miteinander vermischen dürfe. Er sei da anderer Meinung: "Ich glaube, dass Bach heute mit den handwerklichen Mitteln unserer Zeit arbeiten würde." Der Barock-Musiker sei schon zu seiner Zeit ein innovativer Komponist gewesen: "Er war der erste Jazzer; der ‘Walking Bass’ – zum Beispiel bei der ‘Badinerie’ oder ‘Air’ – ist eine Erfindung von Bach, nur der Name existierte damals nicht."

Auf seine Zeit als Juror der Castingshow "Popstars" angesprochen, antwortete Falk: "Das Wort ‘Star’ ist ausverkauft, und – das sage ich ganz selbstkritisch – was im deutschen Fernsehen inzwischen mit Castingshows gemacht wird, ist hanebüchen." Ein "echter Star" schaffe es heute, Menschen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren so zu begeistern, "dass die Leute aus dem Konzert kommen und Kribbeln im Bauch und auf der Haut haben". (pro) 

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