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Mehr Verstöße gegen Jugendschutz im Netz

Im Internet gibt es immer mehr Inhalte, die gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen. Wie die Organisation jugendschutz.net aus Mainz in ihrem Jahresbericht dokumentierte, stieg im Jahr 2008 die Zahl der gemeldeten Verstöße erstmals auf über 3.000 an. Starke Zuwächse waren vor allem im Bereich des Web 2.0 festzustellen. 
Von PRO

Foto: jugendschutz.net

Im Jahr 2008 wurden zehn Soziale Netzwerke, die sich an Minderjährige richten oder von ihnen genutzt werden, kontinuierlich von jugendschutz.net kontrolliert. In Gruppen und Einzelprofilen fand jugendschutz.net unzulässige Inhalte vor allem aus den Bereichen Pornografie, Rechtsextremismus und Verherrlichung von Magersucht. Laut jugendschutz.net bekommen im Web 2.0 Belästigungen und Beleidigungen eine neue Dimension. "Sie werden multimedial gestaltet und öffentlich zelebriert. Cyberbullying stellt inzwischen ein großes Problem in Sozialen Netzwerken dar", heißt es in dem Bericht.

2008 nahm vor allem die Zahl magersuchtverherrlichender Angebote zu. Die Jugendschützer recherchierten 234 Websites und Foren, die Magersucht verherrlichten oder verharmlosten. 91 Prozent  der so genannten Pro-Ana-Angeboten (Pro-Ana = Pro-Anorexia) verstießen gegen den Jugendschutz, weil sie Heranwachsende zu selbstgefährdendem Essverhalten animierten oder sie darin bestärkten. Zeitgleich stieg auch die Zahl von Pro-Ana-Inhalten auf Videoplattformen und in Social Communities.

Kinderpornografie auf ausländischen Servern
Die Zahl der registrierten Posendarstellungen in Deutschland ging im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Sexualisierte Darstellungen von Kindern seien aber zunehmend im Web 2.0 und auf ausländischen Servern zu finden. Die Zahl der ausländischen Fälle habe sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. jugendschutz.net sucht nicht selbst nach kinderpornografischen Angeboten, leitet aber Fälle, die gemeldet werden, an das Bundeskriminalamt weiter. 1.400 illegale Videos wurden 2008 aufgrund der Aktivitäten der Mainzer Jugendschützer gelöscht.

Instant Messenger: häufige Belästigung
Mehr als 70 Prozent der 12- bis 19-Jährigen kommunizieren per Instant Messenger. Wie jugendschutz.net herausfand, erleben die Nutzer dabei häufig sexistische oder beleidigende Übergriffe oder bekommen pornografische oder gewalthaltige Darstellungen übermittelt. Wie die Recherchen von jugendschutz.net zeigen, sind Kinder und Jugendliche diesen Konfrontationen meist schutzlos ausgeliefert, da bisher die Betreiber nicht in die Kommunikation eingreifen.

Filter immer noch unzureichend
Technische Schutzmaßnahmen werden nach wie vor als unzureichend bewertet. Die von den Jugendschützern geprüften Kindersicherungen und Jugendschutzfilter blockierten zu wenig Problematisches und sperrten zu viel Unbedenkliches.

Vorgehen bei Verstößen
2008 kontrollierte jugendschutz.net 6.390 Web-Angebote, wertete 6.800 Fundstellen in Suchmaschinen aus und überprüfte mehr als 6.000 jugendschutzrelevante Videos und Profileim Web 2.0. Dabei recherchierte die Organisation selbst im Netz nach jugendgefährdenden Angeboten und Diensten, ging aber ebenso Beschwerden von Privatpersonen nach. Bei Verstößen wenden sich die Jugendschützer direkt an die Betreiber der Internetangebote. Die Mehrheit reagierte auf die Hinweise, doch nur wenige ergriffen ausreichende Vorsorgemaßnahmen, um ihre Plattform für Kinder und Jugendliche sicherer zu gestalten.

Weigern sich Anbieter, unzulässige Inhalte zu  löschen, leitet jugendschutz.net die Fälle an die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) weiter. Diese entscheidet über das weitere Vorgehen und leitet unter Umständen ein medienrechtliches Verfahren ein. Bei unzulässigen Angeboten im Ausland setzt sich jugendschutz.net mit den Host-Providern in Verbindung und bittet um Löschung.

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