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Mehr Kirche in den Nachrichten

Deutsche Nachrichtensendungen berichten mehr über Kirche. Das hat eine aktuelle Auswertung des Programms der größten deutschen Sender ergeben. Gründe dafür sind der Führungswechsel an der Spitze der katholischen Kirche und der Skandal um Bischof Tebartz-van Elst.
Von PRO
Peter Kloeppel und Petra Gerster präsentieren die Nachrichten bei RTL und im ZDF. Über kirchliche Themen berichten sie in unterschiedlichem Umfang

Foto: RTL / Rico Rossival, ZDF

Peter Kloeppel und Petra Gerster präsentieren die Nachrichten bei RTL und im ZDF. Über kirchliche Themen berichten sie in unterschiedlichem Umfang
Insgesamt wurde im vergangenen Jahr in den Nachrichtensendungen Tagesschau und Tagesthemen (Das Erste), heute und heute-journal (ZDF), RTL aktuell und den Sat.1 Nachrichten knapp 17 Stunden lang über kirchliche Themen berichtet. 2012 waren es nur fünfeinhalb Stunden. Die Zahlen stammen vom Kölner Institut für Empirische Medienforschung (IFEM), das unter anderem für Medien, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen das Fernsehprogramm auswertet. Die Ergebnisse wurden von der Fachzeitschrift Media Perspektiven veröffentlicht. Auftraggeber der Untersuchung ist die ARD/ZDF-Medienkommission. Die Ereignisse, die den sprunghaften Anstieg der Berichterstattung ausgelöst haben, betreffen alle die katholische Kirche: Im Februar sorgte der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und im März die Wahl seines Nachfolgers Franziskus für Aufmerksamkeit. Im Oktober berichteten die Sender ausführlich über den Skandal um den Limburger Bischof Tebartz-van Elst und die Baukosten für dessen Bischofssitz. „In allen Nachrichtensendungen fiel die Sendezeit aufgrund dieser Ereignisse in den genannten Monaten deutlich höher aus als in den anderen Monaten des Jahres“, heißt es dazu in Media Perspektiven. Besonders ARD und ZDF hätten sich mit einer umfangreichen Berichterstattung hervorgetan.

Privatsender berichten weniger über Religion

Die Themen Kirche und Religion finden laut Erhebung bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern mehr Beachtung als im Privatfernsehen. Die Tagesschau berichtete 2013 155 Minuten, also drei Prozent ihrer Sendezeit, über diese Themen, die Tagesthemen 249 Minuten. Heute-Zuschauer wurden 159 Minuten lang über Kirchliches informiert, beim heute-journal waren es 240 Minuten. Die Privatsender fallen bei den Gesamtminuten deutlich zurück, bei der prozentualen Verteilung auf die Sendezeit jedoch nur leicht: RTL aktuell berichtete 119 Minuten, die Sat.1 Nachrichten 94 Minuten über Kirche. Das macht jeweils zwei Prozent der Sendezeit aus. Zum Vergleich: Innenpolitik nimmt in der Tagesschau ein Fünftel der Sendezeit ein, die Sendung Heute widmet rund ein Sechstel ihrer Sendezeit der Innenpolitik und fast ebensoviel dem Sport. RTL aktuell hat den höchsten Sport-Anteil: Etwa ein Fünftel der Sendung beschäftigt sich damit. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen/detailansicht/aktuell/emnachrichtensendungenem-verlieren-zuschauer/
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